Startseite Krieg Russische Mutter warnt Putin: „Wollen Sie einen Bürgerkrieg?“

Russische Mutter warnt Putin: „Wollen Sie einen Bürgerkrieg?“

vladimir putin unhappy suit
Kremlin.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Sie beschuldigte Offiziere auch, Soldaten dazu zu zwingen, Bestechungsgelder zu zahlen, um gefährliche Einsätze zu vermeiden.

Wenn eine Familie fast zwei Jahre auf einen Abschluss wartet, ist der Bruchpunkt oft etwas Kleines.

Oder in diesem Fall etwas unvorstellbar Grausames.

Eine verzweifelte Mutter

Ein online kursierendes Video zeigt eine trauernde russische Frau, die gegen ihre Regierung wettert. Das Filmmaterial verdeutlicht die rohe Wut, die sich unter Militärfamilien aufbaut.

Laut der Moscow Times, zitiert von WP, wartete Frau Sterkhova ein Jahr und acht Monate auf die sterblichen Überreste ihres Sohnes. Als die Behörden ihn schließlich zurückgaben, fehlte dem Leichnam der Kopf.

Diese schreckliche Entdeckung veranlasste sie, sich direkt an Präsident Wladimir Putin zu wenden. In ihrer aufgezeichneten Erklärung nahm sie kein Blatt vor den Mund.

„Vor wenigen Tagen habe ich meinen Sohn beerdigt. Was geschieht in unserem Russland? Wladimir Wladimirowitsch Putin, was tun Sie? Sie zerstören unsere Jungen! Sie zerstören sie, töten sie“, sagte sie.

Drohungen mit Bürgerkrieg

Frau Sterkhova wechselte schnell von Trauer zu unverhohlener Wut. Sie blickte in die Kamera und richtete eine deutliche Warnung an den russischen Führer.

„Wollen Sie einen Bürgerkrieg? Sie werden ihn bald bekommen“, sagte sie.

Bürokratie fügte ihrem Verlust noch Hohn hinzu. Sie erklärte, dass ein Rekrutierungsbüro ein Original-Todesdokument verlangte, bevor es eine versprochene Beihilfe auszahlte.

Doch Beamte hatten genau diese Unterlagen bereits Wochen zuvor beschlagnahmt, wodurch sie in einer unmöglichen administrativen Schleife gefangen war.

Bestechung und gebrochene Versprechen

Die wütende Mutter zeigte auch mit dem Finger auf korrupte Militärkommandeure. In ihrem Video beschuldigte sie Offiziere, Soldaten dazu zu zwingen, Bestechungsgelder zu zahlen, um gefährliche Einsätze zu vermeiden.

„Sie wollen gehen? Zahlen Sie! Sie wollen nicht an die Front? Zahlen Sie! Wie viele weitere werden Sie noch zerstören? Werden Ihre verdammten Schakale, diese verdammten Offiziere, von unseren Söhnen, von unseren Tränen profitieren?“, fragte sie.

Während Gerüchte über eine weitere Massenmobilisierung im ganzen Land zunehmen, legte Frau Sterkhova ein festes Gelübde ab. Sie erklärte, sie werde niemals zulassen, dass der Staat ihren überlebenden Sohn hole.

„Mütter, erhebt euch, erhebt euch. Warum töten sie unsere Söhne? Das ist eine Verhöhnung! Putin, wann werden Sie all das stoppen?“, flehte sie.

Verborgene Opferzahlen

Offizielle Zahlen aus Moskau bleiben bemerkenswert niedrig. Hinter den Kulissen zeichnen unabhängige Beobachter ein völlig anderes Bild.

Das US-Zentrum für Strategische und Internationale Studien schätzt, dass die gesamten russischen Opferzahlen bis Juni 2026 1,4 Millionen erreichten. Diese massive Zahl umfasst mindestens 450.000 Todesfälle.

Untersuchungen von Mediazona und dem russischen Dienst der BBC stützen diese Behauptungen. Durch die Analyse von Gerichtsstatistiken zeigen Journalisten, dass die wahre Todeszahl das vom Kreml Zugegebene bei Weitem übersteigt.

Quellen: Wp, The Moscow Times, US-Zentrum für Strategische und Internationale Studien, Mediazona, BBC Russian service