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Urlaub zur Wahlzeit: In Thailand fließt plötzlich kein Alkohol

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Für viele Reisende kommt der Thailand-Urlaub aktuell mit einer unerwarteten Besonderheit.

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Thailand lebt vom Bild des unbeschwerten Reisens. Doch während der aktuellen Wahlperiode stoßen viele Besucher auf Regeln, die nicht zu diesem Image passen. Was für Einheimische Routine ist, wird für Touristen schnell zur Überraschung.

Im Zentrum steht ein Gesetz, dessen Auswirkungen weit über den Wahltag hinausreichen.

Nüchterne Vorschrift

Wie The Economic Times unter Berufung auf Reuters berichtet, verbietet das thailändische Wahlrecht den Verkauf, den Kauf und die kostenlose Abgabe von Alkohol während zweier 24-stündiger Zeiträume rund um die Stimmabgabe.

Die Regelung galt an den beiden vergangenen Samstagen, die mit der vorgezogenen Stimmabgabe und der anschließenden Parlamentswahl verbunden waren.

Die Wahlkommission erklärt, die seit Langem geltende Regel solle Stimmenkauf verhindern und die öffentliche Ordnung sichern. Für Reisende ist diese Praxis jedoch oft unbekannt, da sie im Alltag erst beim Restaurantbesuch spürbar wird.

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Spürbare Einbußen

Für Gastronomie und Tourismus kam die Einschränkung zur Hauptreisezeit. Internationale Ankünfte gingen im vergangenen Jahr um 7,2 Prozent auf 33 Millionen Besucher zurück, nachdem Überschwemmungen, ein Erdbeben und ein Grenzkonflikt das Land belastet hatten.

Branchenbeobachter sehen die Wahlregelung als zusätzlichen Unsicherheitsfaktor. Bill Barnett von C9 Hotelworks sagte gegenüber Reuters: „Wiederholte Störungen in der Hauptsaison bergen das Risiko, Thailand von einem reibungslosen Urlaubsziel zu einem unberechenbaren zu machen – und dieses Image lässt sich deutlich schwerer korrigieren als jeder kurzfristige Umsatzeinbruch.“

Alltag in Restaurants

Wie sich das konkret auswirkt, schildern Gastronomen aus verschiedenen Regionen. In Bangkok berichtete Restaurantbetreiber Sorathep Steve Reuters, dass Gäste aus den USA verärgert reagierten, als sie keinen Wein bestellen konnten. „Während des Alkoholverbots zur vorgezogenen Stimmabgabe gingen die Umsätze um 50 Prozent zurück“, sagte er und verwies auf den hohen Anteil ausländischer Kundschaft.

Auch in den Feriengebieten zeigt sich ein ähnliches Bild. Auf Phuket erklärte Gastronom Benny De Bellis, sein Umsatz sei am Wochenende der vorgezogenen Wahl um 30 Prozent gesunken.

Verunsicherte Gäste

Viele Unternehmen versuchen, Missverständnisse zu vermeiden, etwa durch Hinweise für Laufkundschaft. Dennoch bleibt die Situation für Reisende erklärungsbedürftig. Was als ordnungspolitische Maßnahme gedacht ist, beeinflusst so direkt das Urlaubserlebnis.

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Gerade für ein Land, das stark von Wiederholungsbesuchen lebt, könnte diese Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität langfristige Folgen haben.

Quellen: The Economic Times, Reuters