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Schluss mit dem schlechten Gewissen bei Pommes

Potatoes,Fries, pommes
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Pommes sind ein umstrittenes Lieblingsessen.

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Fritten gelten vielen als Inbegriff ungesunder Ernährung. Sie stehen für Imbissbuden, Fett und Kalorien.

Doch ein Beitrag auf Focus Online stellt diese Sichtweise infrage. Darin plädiert der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop für einen differenzierteren Blick auf das beliebte Kartoffelgericht.

Zwischen Image und Realität

Pommes werden häufig mit Fast Food gleichgesetzt und pauschal als „ungesund“ eingestuft. Knop argumentiert jedoch, dass eine solche Einteilung wissenschaftlich nicht haltbar sei.

Die öffentliche Ernährungsdebatte neige dazu, Lebensmittel in „gesund“ und „ungesund“ zu sortieren. Für diese Schwarz-Weiß-Logik gebe es jedoch keine belastbare Datenbasis. Auch deutschsprachige Fachgesellschaften sähen starre Kategorien kritisch.

„Essen ist keine Religion, sondern Biologie – und vor allem Individualität.“ Vor diesem Hintergrund fordert Knop eine sachlichere Betrachtung einzelner Speisen.

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Was wirklich drinsteckt

Pommes bestehen im Wesentlichen aus Kartoffeln und Pflanzenöl. Handelsübliche Tiefkühlprodukte enthalten meist rund 96 Prozent Kartoffeln sowie etwa 4 Prozent Öl, häufig Sonnenblumenöl für das Vorfrittieren, stellt Knop fest.

Die Kartoffel liefere komplexe Kohlenhydrate, pflanzliches Eiweiß, Kalium und Vitamin C. Durch das Garen werde die Stärke besser verfügbar, zudem gelte sie als gut verträglich für unterschiedliche Altersgruppen.

Kritik entzündet sich häufig am Fettgehalt. Dieser hänge jedoch stark von der Zubereitungsart ab: Im Backofen zubereitete Tiefkühlpommes könnten weniger Fett enthalten als klassisch frittierte Varianten.

Energie und Sättigung

Pommes seien in erster Linie ein Energielieferant, schreibt Knop. Kohlenhydrate und Fett erfüllten grundlegende Funktionen im Körper und trügen zur Sättigung bei.

Entscheidend sei jedoch nicht ein einzelnes Produkt, sondern das gesamte Ernährungsverhalten. Auch energiereiche Speisen könnten Teil einer ausgewogenen Ernährung sein, sofern Menge und Häufigkeit berücksichtigt würden.

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Tiefkühlware sei „kein ernährungsphysiologisches Problem per se“. Maßgeblich bleibe ein Blick auf die Zutatenliste: Bestehe sie im Wesentlichen aus Kartoffeln und Öl, handle es sich um ein überschaubares Produkt.

Beliebt und vielseitig

Neben Nährwerten spiele auch die Sensorik eine Rolle. Der Kontrast aus knuspriger Hülle und weichem Inneren mache den besonderen Reiz aus.

Pommes seien zudem kulturell fest verankert. Sie eigneten sich als Beilage oder eigenständiges Gericht und ließen sich vielseitig kombinieren.

Auch beim Salz rät Knop zu Gelassenheit: „Ein gesunder Körper kann den ,perfekten Salzgehalt‘ über den Geschmack sehr gut ins Gleichgewicht bringen.“

Am Ende komme es auf die Qualität der Zutaten, die Zubereitung und ein insgesamt ausgewogenes Essverhalten an – nicht auf moralische Zuschreibungen.

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Quelle: Focus Online