Astronauten auf der ISS wurden in Alarmbereitschaft versetzt, nachdem ein russischer Satellit im Erdorbit zerbrach.
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Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation wurden kurzzeitig in Alarmbereitschaft versetzt, nachdem ein außer Betrieb befindlicher russischer Satellit im niedrigen Erdorbit auseinandergebrochen war.
Mehr als 180 Trümmerteile wurden bislang erfasst, was neue Sorgen über die zunehmende Überlastung des Erdorbits auslöst.
Laut dem Space Command des Pentagon wurde der Zerfall des russischen Erdbeobachtungssatelliten Resurs P1 am 26. Juni registriert.
Das Tracking-Unternehmen LeoLabs berichtete, dass die Fragmentierung zwischen 15.05 Uhr und 02.51 Uhr französischer Zeit stattfand.
Zunächst wurden über 100 Trümmerteile identifiziert, aktualisierte Analysen bestätigen nun mehr als 180 Objekte. Die Überwachung wird fortgesetzt, während Behörden mögliche Risiken prüfen.
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Kurzzeitiger ISS-Alarm
Resurs P1 wurde 2013 gestartet und von der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos betrieben. Der Satellit wurde 2021 außer Dienst gestellt und verlor seither schrittweise an Höhe. Ein Wiedereintritt in die Erdatmosphäre war für später in diesem Jahr erwartet worden.
Der Zerfall ereignete sich in etwa 355 Kilometern Höhe. Die ISS umkreist die Erde in rund 400 Kilometern Höhe, sodass Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet wurden.
Die Besatzung wurde angewiesen, sich in ihre angedockten Raumfahrzeuge zu begeben, falls eine Evakuierung erforderlich würde. Unter ihnen befanden sich die NASA-Astronautin Sunita Williams sowie Barry Wilmore, Testpilot der Boeing-Starliner-Kapsel. Nach etwa einer Stunde wurde Entwarnung gegeben.
Ursache wird untersucht
Die genaue Ursache ist noch unklar. Eine mögliche Erklärung ist ein internes Batterieproblem. Experten weisen darauf hin, dass nicht entladene Restenergie bei stillgelegten Satelliten später zu Explosionen führen kann.
Solche Passivierungsmaßnahmen gelten zunehmend als entscheidend, um Weltraumschrott zu reduzieren.
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Eine weitere Möglichkeit ist eine Kollision mit kleineren Trümmerteilen. Selbst winzige Objekte können bei orbitaler Geschwindigkeit schwere Schäden verursachen.
Spekulationen über eine absichtliche Zerstörung im Rahmen eines Waffentests wurden bislang zurückgewiesen. Russland gehört jedoch zu den Raumfahrtnationen, die ein Verbot von Anti-Satelliten-Tests nicht ratifiziert haben.
Der Vorfall verdeutlicht die wachsenden Herausforderungen im Weltraumverkehrsmanagement. Jedes neue Trümmerteil erhöht das Risiko für Satelliten und Astronauten im niedrigen Erdorbit.
Quellen: Futura-sciences