Luftalarmsirenen heulten laut von The Sun zitierten Angaben im Jahr 2025 mindestens 19.000 Mal in der gesamten Ukraine – ein deutlicher Hinweis darauf, wie häufig Zivilisten gezwungen sind, Schutzräume aufzusuchen.
Gerade lesen andere
Die britische Boulevardzeitung berichtet, dass sich das Ausmaß der russischen Luftkampagne in den vergangenen zwei Jahren deutlich verschärft hat. Zehntausende Drohnen, Raketen und Gleitbomben seien auf ukrainische Ziele abgefeuert worden.
Auf Grundlage täglicher Lageberichte der ukrainischen Luftwaffe seit Januar 2024 führte The Sun eine eigene Analyse zur Anzahl und Art der eingesetzten Waffen durch. Demnach wurden seit Beginn des vergangenen Jahres nahezu 80.000 Tonnen Munition auf die Ukraine abgeworfen oder abgefeuert.
Das Sperrfeuer im Überblick
Nach Berechnungen der Zeitung startete Russland allein im Jahr 2025 rund 90.000 Raketen, Bomben und Drohnen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 40.000 Tonnen. Es handelt sich dabei nicht um offizielle Gesamtzahlen, sondern um auf frei zugänglichen Daten basierende Schätzungen des Blatts.
Die Methodik stützt sich auf militärische Updates aus der Ukraine sowie öffentlich verfügbare Angaben zur Sprenglast der Waffen. Wie The Sun anmerkt, könnte die tatsächliche Zahl höher liegen – insbesondere angesichts von Einschätzungen des britischen Militärgeheimdienstes Defence Intelligence, wonach mehr Drohnen eingesetzt wurden, als in manchen Zählungen erfasst sind.
Bei einer jüngsten Angriffswelle seien an einem einzigen Tag 50 Raketen und 300 Drohnen abgefeuert worden, die Energieinfrastruktur und andere Ziele trafen. Behörden zufolge waren Teile der Ost- und Südostukraine bei eisigen Temperaturen ohne Strom.
Lesen Sie auch
Ausmaß und Vergleich
Die Auswertung der Zeitung umfasst Drohnen vom Typ Shahed, ballistische Raketen wie Iskander-Systeme, Hyperschallraketen vom Typ Kinschal sowie Marschflugkörper vom Typ Kalibr ebenso wie Gleitbomben, bekannt als FABs. Ukrainische Vertreter hatten zuvor erklärt, dass in den vergangenen zwei Jahren Zehntausende solcher Bomben eingesetzt worden seien.
Auf Grundlage der zusammengeführten Schätzungen kommt The Sun zu dem Schluss, dass die von Russland seit Januar 2024 eingesetzte Gesamttonnage die 75.000 Tonnen übersteigt, die Historikern zufolge im Zweiten Weltkrieg auf das Vereinigte Königreich abgeworfen wurden. Allein während des Blitz seien rund 24.000 Tonnen auf London gefallen.
Der Vergleich stammt von der Zeitung selbst und ist nicht Teil einer offiziellen Regierungsbewertung. Er soll das Ausmaß veranschaulichen und keine exakte historische Gleichsetzung darstellen.
Politische Reaktionen
Der britische Verteidigungsminister John Healey verwies auf die Ergebnisse und erklärte, die Ukrainer erlebten „Blitz-ähnliche Zustände“, und lobte ihren „Widerstand und Mut“.
Er sagte: „Die Recherchen von The Sun legen das brutale Ausmaß von Putins unerbittlichem Angriff auf ukrainische Zivilisten offen, der keinerlei Anzeichen einer Abschwächung zeigt.“
Lesen Sie auch
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte mit Blick auf die jüngsten Angriffe: „Moskau investiert weiterhin mehr in Angriffe als in Diplomatie.“
Das britische Verteidigungsministerium teilte mit, Großbritannien stelle ein Rekordmaß an militärischer Unterstützung bereit und arbeite mit Verbündeten an künftigen Sicherheitsregelungen, einschließlich möglicher Friedensmissionen für den Fall eines Endes der Kampfhandlungen.
Quellen: The Sun, britisches Verteidigungsministerium, Ukrainische Luftwaffe