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Feinstaub statt Zigarette: Neue Ursachen für Lungenkrebs

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New Africa / Shutterstock

Lungenkrebs ist weltweit weiterhin die häufigste krebsbedingte Todesursache.

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Nach Schätzungen internationaler Krebsbehörden sterben jedes Jahr rund 1,8 Millionen Menschen an der Erkrankung.

Zwar bleibt Tabakkonsum der wichtigste Auslöser, doch Ärzte beobachten seit einigen Jahren eine auffällige Entwicklung: Immer mehr Betroffene haben nie selbst geraucht.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierten im Jahr 2022 weltweit knapp 2,5 Millionen Neuerkrankungen.

Fachgesellschaften gehen davon aus, dass – je nach Region – zwischen 10 und 25 Prozent der Erkrankten nie zur Zigarette gegriffen haben.

In vielen europäischen Ländern liegt ihr Anteil bei etwa 20 Prozent. Besonders häufig wird bei diesen Patienten ein sogenanntes Adenokarzinom diagnostiziert.

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Luftverschmutzung als möglicher Auslöser

Neben Tabakrauch rücken zunehmend Umweltfaktoren in den Fokus der Forschung.

Mehrere epidemiologische Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und Lungenkrebs hin.

In einer internationalen Untersuchung analysierten Wissenschaftler die Tumorzellen von Hunderten Nichtrauchern.

Dabei fanden sie krebsfördernde genetische Veränderungen, deren Häufigkeit mit der Feinstaubbelastung am Wohnort korrelierte.

Einige dieser Mutationen ähneln jenen, die typischerweise bei Rauchern auftreten.

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Experimentelle Studien legen nahe, dass ultrafeine Partikel tief in das Lungengewebe eindringen und dort anhaltende Entzündungen auslösen können.

Diese wirken offenbar wie ein Beschleuniger für bereits geschädigte Zellen.

Ein britischer Krebsforscher beschrieb den Vorgang sinngemäß so: Umweltverschmutzung „wecke“ vorgeschädigte, ruhende Zellen und bringe sie dazu, sich zu teilen und Tumoren zu bilden.

Späte Diagnose verschlechtert Prognose

Besonders belastet sind dicht besiedelte Regionen mit starkem Verkehr sowie Gegenden mit intensiver Nutzung fossiler Brennstoffe.

In einkommensschwachen Ländern sind zudem Frauen häufig Rauch aus offenen Kochstellen ausgesetzt.

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Da Lungenkrebs gesellschaftlich stark mit Rauchen verbunden wird, werden Symptome bei Nichtrauchern oft spät erkannt.

Nicht selten erfolgt die Diagnose erst in einem fortgeschrittenen Stadium – mit entsprechend geringeren Heilungschancen.

Quelle: BILD