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Kreml kritisiert Großbritannien nach der Festnahme von Andrew

Kreml kritisiert Großbritannien nach der Festnahme von Andrew
Euan Cherry / Shutterstock.com

Die Festnahme eines hochrangigen Mitglieds des britischen Königshauses hat in Westminster für Aufsehen gesorgt und weit über das Vereinigte Königreich hinaus Aufmerksamkeit erregt.

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Andrew Mountbatten-Windsor wurde unter dem Verdacht des Fehlverhaltens im öffentlichen Amt festgenommen, bevor er im Zuge laufender Ermittlungen wieder freigelassen wurde. Er bestreitet ein Fehlverhalten und hat sich zu den jüngsten Vorwürfen nicht öffentlich geäußert.

Der Buckingham-Palast erklärte, König Charles werde „uneingeschränkt mit der Polizei kooperieren“ und fügte hinzu, „das Gesetz müsse seinen Lauf nehmen“.

Die Festnahme gilt als beispiellos in der modernen Geschichte des Königshauses, obwohl bislang keine Anklage erhoben wurde.

Die Polizei machte keine Angaben dazu, wann Andrew vernommen wurde, wie lange er festgehalten wurde oder zu weiteren Einzelheiten zum Umfang der Ermittlungen. Die Untersuchung dauert an.

Andrew hat frühere Vorwürfe im Zusammenhang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zurückgewiesen. Bislang haben sich Palastvertreter auf kurze Stellungnahmen beschränkt, in denen sie die Zusammenarbeit mit den Behörden betonen.

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Kreml-Kommentare

Die Daily Express berichtete unter Berufung auf Äußerungen, die Sacharowa gegenüber der russischen staatlichen Nachrichtenagentur TASS gemacht habe, dass die Sprecherin des russischen Außenministeriums Großbritannien im Zusammenhang mit dem Vorfall kritisiert habe.

In dem Interview bezeichnete Maria Sacharowa die Ereignisse im Vereinigten Königreich als „Freakshow“ und deutete an, britische Institutionen hätten seit Langem von Andrews Verhalten gewusst. Zudem behauptete sie, die Behörden hätten sich erst distanziert, als die Angelegenheit öffentlich geworden sei.

Die Äußerungen spiegeln ein Muster wider, wonach russische Vertreter politische Kontroversen in westlichen Ländern hervorheben, insbesondere in Zeiten erhöhter Spannungen mit London und seinen Verbündeten.

Reuters und andere internationale Medien haben die im TASS-Interview gemachten Angaben bislang nicht unabhängig überprüft.

Anhaltende Spannungen

Die Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und Russland sind seit Jahren angespannt. Die Vergiftung des ehemaligen russischen Agenten Sergej Skripal im Jahr 2018 in Salisbury führte dazu, dass Großbritannien 23 russische Diplomaten auswies, worauf Moskau mit einer entsprechenden Maßnahme reagierte. Die nach Russlands Invasion in die Ukraine im Jahr 2022 verhängten Sanktionen vertieften die Kluft weiter, ebenso wie wiederholte Vorwürfe der Cyber-Einmischung und der Spionage.

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Vor diesem Hintergrund nutzte Sacharowa den Fall Andrew, um Großbritannien Heuchelei vorzuwerfen. Sie argumentierte, London habe feindselige Narrative über Moskau verbreitet, während es angebliches Fehlverhalten innerhalb westlicher Eliten nicht angegangen sei.

Ihr Eingreifen erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem die beiden Regierungen weiterhin über die Ukraine und die Durchsetzung von Sanktionen im Streit liegen, und verdeutlicht, wie innenpolitische juristische Entwicklungen rasch in breitere geopolitische Auseinandersetzungen hineingezogen werden können.

Quelle: The Daily Express