Eine dramatische Schießerei in der russischen Hauptstadt hat einen der ranghöchsten Geheimdienstvertreter Wladimir Putins schwer verletzt.
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Nun zeigen Russlands Sicherheitsdienste mit dem Finger auf Großbritannien.
General in Moskau angeschossen
Generalleutnant Wladimir Alexejew, 64, stellvertretender Leiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU, wurde am 6. Februar in einem Wohngebäude in Moskau mehrfach angeschossen.
Er wurde in ernstem Zustand ins Krankenhaus gebracht, soll jedoch überleben.
Der Angriff gilt als Blamage für die russischen Sicherheitsdienste und wirft Fragen auf, wie ein so hochrangiger Beamter im Herzen der Hauptstadt ins Visier geraten konnte.
Kreml spricht von „britischer Spur“
Am 22. Februar erklärte Alexander Bortnikow, Leiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, öffentlich, es gebe eine „britische Spur“ hinter dem Attentatsversuch.
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„Wir verstehen klar, dass die Organisatoren die ukrainischen Spezialdienste sind“, sagte Bortnikow.
Er behauptete, der ukrainische Geheimdienst operiere „unter Aufsicht westlicher Geheimdienste“ und fügte hinzu: „Wir sehen hier vor allem eine britische Spur.“
Öffentliche Beweise legte Bortnikow jedoch nicht vor.
Zugleich warnte er, Moskau werde das, was es als terroristische Akte betrachte, weder „vergessen noch vergeben“, bezeichnete mögliche Vergeltungsmaßnahmen jedoch als „heikle Angelegenheit“.
Verbindung zum Skripal-Anschlag
Alexejew wurde von europäischen Behörden zuvor mit dem Nowitschok-Anschlag im Jahr 2018 im englischen Salisbury in Verbindung gebracht.
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Der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julija wurden bei dem Angriff vergiftet. Die britische Staatsbürgerin Dawn Sturgess starb später, nachdem sie dem Nervengift ausgesetzt war.
Die Europäische Union verhängte Sanktionen gegen Alexejew und warf ihm vor, an der Organisation der GRU-Operation hinter dem Giftanschlag beteiligt gewesen zu sein. Moskau bestreitet eine Beteiligung an dem Anschlag.
Verdächtige festgenommen
Russische Behörden erklärten, sie hätten zwei Verdächtige festgenommen, Ljubomir Korba, 65, und Viktor Wasin, 66, denen eine Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Sicherheitsdienst SBU vorgeworfen wird.
Beide Männer hätten laut FSB „ihre Schuld vollständig eingestanden“.
Eine dritte Verdächtige, die 54-jährige Sinaida Serebrjakowa, die angeblich im selben Gebäude wohnte, in dem Alexejew angeschossen wurde, soll in die Ukraine geflohen sein.
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Zuvor hatte Russland eine mögliche polnische Verbindung zu dem Angriff angedeutet, bevor der Fokus auf Großbritannien verlagert wurde.
Der Kreml äußerte sich nicht direkt zu diesen Berichten.
Quellen: Daily Star; FSB-Erklärungen; EU-Sanktionslisten