Startseite Forschung Neue Hoffnung auf Frühdiagnose von Parkinson

Neue Hoffnung auf Frühdiagnose von Parkinson

Parkinsons
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In Deutschland leben mehr als 300.000 Menschen mit Parkinson. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend, frühe Anzeichen werden häufig als normale Altersveränderungen missverstanden.

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Eine verlässliche, einfache Methode zur Früherkennung fehlt bislang.

Die Diagnose stützt sich überwiegend auf klinische Beobachtungen und neurologische Tests.

Zwar existiert ein Labornachweis für das Protein Alpha-Synuclein, doch dieser gilt als aufwendig und ist nicht standardisiert.

Auffällige Metallwerte im Haar

Ein Forschungsteam aus China, darunter Wissenschaftler der Hebei University, untersuchte Haarproben von jeweils 60 Parkinson-Erkrankten und 60 gesunden Personen im Durchschnittsalter von 70 Jahren.

Analysiert wurden die Konzentrationen von Eisen, Kupfer, Mangan, Zink und Arsen.

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Dabei zeigte sich bei den Erkrankten ein charakteristisches „Metall-Profil“: Eisen- und Kupferwerte waren niedriger als bei den gesunden Teilnehmenden, während Mangan und Arsen erhöht waren.

Für Zink ergaben sich kaum Unterschiede.

Die Kombination dieser Messwerte ermöglichte nach Angaben der Forscher eine Unterscheidung zwischen Kranken und Gesunden mit einer diagnostischen Genauigkeit von rund 90 Prozent.

Auffällig war zudem, dass dieses Muster unabhängig von Krankheitsdauer und Schweregrad bestand. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachjournal „iScience“.

Hinweise aus Mausmodellen

Ergänzende Experimente mit Mäusen deuten auf Störungen im Eisenstoffwechsel hin.

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Tiere mit Parkinson-ähnlichen Veränderungen zeigten ebenfalls verringerte Eisenwerte im Haar, Schäden an der Darmwand sowie eine reduzierte Aktivität von Genen, die für die Eisenaufnahme zuständig sind.

Gleichzeitig nahmen Darmbakterien verstärkt Eisen auf, wodurch dem Körper offenbar weniger zur Verfügung stand.

Grenzen der Untersuchung

Die Forschenden betonen, dass Tiermodelle den langsamen Verlauf der Krankheit beim Menschen nur eingeschränkt abbilden.

Zudem stammen die untersuchten Proben aus nur einer Region Chinas. Auch erhöhte Arsenwerte können ernährungsbedingt sein.

Dennoch könnte die Haaranalyse künftig einen Beitrag zur früheren Diagnose leisten.

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Quellen: iScience, BILD