Eine Live-Sendung im russischen Staatsfernsehen nahm eine unerwartete Wendung, als ein Gast offen Moskaus militärische Stärke und seine strategischen Bündnisse infrage stellte.
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Die Äußerungen, ausgestrahlt in einem Flaggschiffprogramm mit klarer Kreml-Linie, lösten schnell Reaktionen aus.
Nicht in der Überzahl
Kirill Fjodorow trat in der Sendung von Wladimir Solowjow auf, einer der bekanntesten Figuren der russischen Staatsmedien.
Laut dialog.ua entfernte sich die Diskussion dabei von der üblichen offiziellen Darstellung, die Russlands militärische Fähigkeiten lobt.
Im Verlauf des Gesprächs sagte ein Teilnehmer:
„Meine persönliche Meinung ist, dass sie (nein, die Ukraine) uns zahlenmäßig überlegen sind. Wir haben Probleme mit der Kommunikation, historisch hatte unsere Armee Probleme mit der Kommunikation.“
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Eingestandene Schwächen
Das Gespräch ging anschließend ins Detail. Es wurde eingeräumt, dass die Ukraine ihre Drohneneinsätze und die Gefechtskommunikation deutlich verbessert habe.
„Und dort sind sie leider sehr gut“, sagte Fjodorow mit Blick auf die ukrainischen Fähigkeiten.
Er äußerte sich auch zur Leistungsfähigkeit ukrainischer Technik:
„Schauen Sie, wie stabil das Bild bei ihnen bleibt. Das Bild bei ihren Funkdrohnen bleibt praktisch bis kurz vor dem Boden stabil … Sie haben besser entwickelte Repeater, sie sind deutlich widerstandsfähiger gegen elektronische Kriegsführung. Sie verfügen über eine Basisstation, auf der Glasfaser und FPV-Drohnen gleichzeitig betrieben werden.“
Auch Satellitensysteme wurden thematisiert. Ein Teilnehmer bemerkte: „Starlink wurde in großem Umfang eingesetzt … Der Vorteil dieser Kommunikationssysteme ist ihre große Reichweite und ihr sehr geringes Gewicht – sie können überall versteckt werden.“
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China-Bemerkung sorgt für Wirbel
Später verlagerte sich die Diskussion auf mögliche technologische Partnerschaften. Fjodorow sagte daraufhin:
„Wir müssen uns mit Ländern zusammentun, mit denen wir nicht in Konflikt geraten werden, etwa bei der Nutzung derselben Satelliten. Offensichtlich nicht mit nahen Nachbarn. Ich schließe einen Krieg mit China nicht aus.“
Diese Aussage widersprach dem Kreml-Narrativ, das China als stabilen und strategischen Partner darstellt.
Laut dialog.ua wurde Fjodorow anschließend aus der Sendung entfernt. Der ukrainische Blogger Denis Kasanski veröffentlichte Ausschnitte des Gesprächs im Internet und sprach von einem ungewöhnlich offenen Moment im russischen Staatsfernsehen.
Eine offizielle Stellungnahme russischer Behörden zu dem Vorfall liegt nicht vor.
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Quellen: dialog.ua, Ziare.com