Vier Jahre nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine hat Russland mehr als 1 Billion Euro durch den Export fossiler Brennstoffe eingenommen, auch wenn die jährlichen Einnahmen unter dem Druck der Sanktionen zurückgehen.
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Ein neuer Bericht des in Helsinki ansässigen Center for Research on Energy and Clean Air (CREA), zitiert von money.pl, zeigt, dass die Einnahmen zwar gesunken sind, die Exportmengen jedoch stabil bleiben.
Einnahmen rückläufig, Mengen stabil
Laut CREA erzielte Russland im vierten Jahr des großangelegten Krieges 193 Milliarden Euro aus dem Export fossiler Brennstoffe. Das entspricht einem Rückgang von 19 % gegenüber dem Vorjahr und einem Minus von 27 % im Vergleich zum Vorkriegsniveau.
Öl bleibt Moskaus wichtigste Einnahmequelle aus dem Export. Die Erlöse aus Ölexporten sanken im Jahresvergleich um 18 % auf 85,5 Milliarden Euro, während die Ausfuhrmengen um 6 % auf 215 Millionen Tonnen zurückgingen.
Trotz der geringeren Einnahmen weist CREA darauf hin, dass die Ölexportmengen weiterhin über dem Niveau vor der Invasion liegen. Der Thinktank argumentiert, dass die Sanktionen Russland dazu gezwungen haben, stärkere Preisnachlässe zu gewähren, anstatt die Liefermengen deutlich zu reduzieren.
Im vierten Kriegsjahr entfielen 93 % der russischen Ölexporte auf China, Indien und die Türkei.
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Kohle und zentrale Abnehmer
Bei den Kohleexporten zeigte sich ein gegenteiliger Trend. CREA berichtet, dass sowohl die Einnahmen als auch die Exportmengen von Kohle im vierten Kriegsjahr um 8 % beziehungsweise 7 % gestiegen sind.
Allerdings gingen 84 % der russischen Kohleexporte an nur vier Länder: China, Indien, die Türkei und Südkorea, was die Abhängigkeit von einer begrenzten Zahl von Absatzmärkten unterstreicht.
Der Bericht hebt zudem Spannungen innerhalb der Europäischen Union hervor. Ungarn und die Slowakei erhöhten ihre gemeinsamen Importe von russischem Rohöl in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 %.
Schattenflotte wächst
CREA-Analysten bezeichnen den zunehmenden Einsatz einer sogenannten Schattenflotte – Schiffe unter fremder Flagge, die embargoiertes Öl transportieren – als zentrales Mittel zur Umgehung von Sanktionen.
Im vierten Jahr der Invasion wurden 312 Schiffe sanktioniert, mehr als in den drei vorherigen Jahren zusammen. Dennoch stieg die Zahl der mit der Schattenflotte in Verbindung gebrachten Schiffe deutlich an – von 12 zu Beginn des Jahres 2025 auf 109 im Oktober.
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Dem Bericht zufolge transportierten Schiffe unter falscher Flagge Öl und Erdölprodukte im Wert von 3,1 Milliarden Euro durch EU-Gewässer.
„Russlands Einnahmen aus dem Export fossiler Brennstoffe liegen inzwischen deutlich unter dem Niveau vor der Invasion, doch Moskau hält die Exportmengen aufrecht, indem es auf Preisnachlässe und eine zunehmend dreiste Schattenflotte setzt“, sagte Luke Wickenden, Energieanalyst und Mitautor des Berichts.
Mitautor Isaac Levi ergänzte, die EU-Importe fossiler Brennstoffe aus Russland seien im Jahresvergleich um 36 % auf 14,5 Milliarden Euro gesunken, warnte jedoch, dass Schlupflöcher weiterhin Gelder in den Kreml fließen ließen.
Er forderte eine strengere Durchsetzung der Maßnahmen, einschließlich der Beendigung von Ausnahmen für Ungarn und die Slowakei sowie der Schließung von Lücken bei Beschränkungen für raffinierte Produkte aus russischem Öl.
Quellen: Center for Research on Energy and Clean Air (CREA), money.pl