Russland beschleunigt seine Bemühungen, sein Drohnenarsenal wieder aufzufüllen.
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Untersuchungen unabhängiger Medien legen nahe, dass inzwischen auch Jugendliche zu den Arbeitskräften gehören, die Angriffsdrohnen für den Einsatz an der Front montieren.
Iranische Drohnen
Laut The Independent unter Berufung auf Berichte von Militarnyi sowie Recherchen der NGO Protokol und des russischen Mediums Razvorot wurde in Alabuga in der russischen Republik Tatarstan eine groß angelegte Produktionslinie eingerichtet.
Dort werden iranisch entwickelte Shahed-Drohnen hergestellt, die in Russland unter den Bezeichnungen Geran-1 und Geran-2 geführt werden und seit Ende 2022 bei Angriffen auf die ukrainische Infrastruktur weit verbreitet eingesetzt werden.
Vorwürfe zur Jugendarbeit
Die Untersuchung bringt die Produktion mit dem „Alabuga Polytech College“ in Verbindung, das öffentlich als technische Ausbildungseinrichtung dargestellt wird, jedoch Berichten zufolge außerhalb regulärer Bildungsstandards operiert.
In sozialen Medien verbreitete Werbematerialien versprechen hohe Gehälter für Studierende, mit bis zu 100.000 Rubel im ersten Jahr und deutlich höheren Beträgen in den Folgejahren.
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Protokol und Razvorot berichten jedoch, dass einige Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren bis zu 12 Stunden täglich, teils sieben Tage die Woche, arbeiten, um ein Produktionsziel von 200 Drohnen pro Monat zu erreichen. Die Berichte schildern anspruchsvolle Bedingungen hinter der Rekrutierungskampagne.
Staatliche Unterstützung
Das Projekt soll von Alexei Florow, Direktor des Drohnenherstellers Albatross LLC, geleitet werden.
Laut der Untersuchung erhielt die Initiative eine Finanzierung in Höhe von umgerechnet rund 490 Millionen Euro von der staatlichen russischen Bank VTB, was auf eine direkte staatliche Beteiligung an der Ausweitung der Drohnenproduktion hindeutet.
Russland hat den Einsatz Minderjähriger in der militärischen Produktion bislang nicht öffentlich bestätigt.
Pläne für ausländische Arbeitskräfte
Angesichts eines gemeldeten Arbeitskräftemangels erwägt Moskau laut denselben Quellen zudem, bis zu 12.000 nordkoreanische Arbeitskräfte zur Unterstützung der Fabriken in Alabuga einzusetzen.
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Ein entsprechendes Treffen soll im Oktober 2025 im russischen Außenministerium stattgefunden haben, unter Beteiligung von Vertretern beider Länder sowie der nordkoreanischen Jihyang Technology Trade Company, die demnach für die Rekrutierung zuständig ist.
Die Shahed-Drohnen, die erstmals im Herbst 2022 in der Ukraine eingesetzt wurden, kamen wiederholt bei Angriffen auf Energieanlagen, Logistikzentren und teilweise auch Wohngebiete zum Einsatz.
Quellen: The Independent, Militarnyi, Protokol, Razvorot