Startseite Krieg Putin geht gegen die eigenen Leute vor: Führender Propagandist festgenommen

Putin geht gegen die eigenen Leute vor: Führender Propagandist festgenommen

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Eine prominente Stimme aus Russlands kriegsnaher Medienszene ist festgenommen worden.

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Die Festnahme erfolgt vor dem Hintergrund wachsender wirtschaftlicher Belastungen und Anzeichen innerer Spannungen, während der Krieg in der Ukraine andauert.

Groß angelegter Betrug

Der ukrainische Journalist Denis Kasanski berichtete, dass Alexej Kostyljow, Gründer des Medienprojekts „Readovka“, am 25. Februar festgenommen wurde.

Laut LA.LV berichten kremlnahe russische Medien, dass gegen ihn Anklage wegen groß angelegten Betrugs erhoben wurde.

Ermittler beantragen demnach Untersuchungshaft von mindestens zwei Monaten. Von russischen Medien zitierte Strafverfolgungsbehörden sprechen von finanziellen Unregelmäßigkeiten.

Medienplattform betroffen

Kasanski deutete an, dass der Fall mit dem mutmaßlichen Missbrauch von Geldern in Verbindung stehen könnte, die für kriegsbezogene Medienaktivitäten vorgesehen waren.

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Er behauptete zudem, dass Kostyljow faktisch die Kontrolle über „Readovka“ verloren habe, das weithin als unterstützende Plattform für Russlands Militäreinsatz beschrieben wird.

Eine offizielle Bestätigung der russischen Behörden zu konkreten Vorwürfen über den gemeldeten Betrug hinaus liegt bislang nicht vor.

Anzeichen von Spannungen

Die Festnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Russland zunehmenden wirtschaftlichen Herausforderungen gegenübersteht.

Wirtschaftsvertreter in der Region Nischni Nowgorod sollen lokale Behörden gebeten haben, ihre Sorgen über mögliche Massenentlassungen im weiteren Jahresverlauf an Präsident Wladimir Putin weiterzuleiten.

Hersteller warnen, dass in der zweiten Jahreshälfte bis zu 20.000 Arbeitsplätze verloren gehen könnten, falls sich die Lage nicht verbessert.

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Unternehmen verweisen auf sinkende Investitionen, rückläufige Aufträge und reduzierte Produktionsvolumina. Nachdem vergünstigte Kreditprogramme zurückgefahren wurden, nehmen viele Firmen Darlehen zu Zinssätzen von über 20% auf, was ihre Möglichkeiten zur Expansion oder sogar zur Aufrechterhaltung des Betriebs erheblich einschränkt.

Breiterer wirtschaftlicher Druck

Verzögerte Zahlungen staatlicher Auftraggeber haben zusätzliche Schwierigkeiten verursacht. Berichten zufolge belaufen sich unbezahlte Rechnungen inzwischen auf mehrere zehn Milliarden Rubel.

Umfragen unter Unternehmen in ganz Russland zeigen, dass rund 70% ihre Investitionen im vergangenen Jahr reduziert haben, während fast die Hälfte angibt, dass sich ihre Gewinne halbiert haben. Keines der befragten Unternehmen meldete einen Anstieg der Aufträge.

Obwohl der Verteidigungssektor weiterhin aktiv ist, sieht auch er sich mit hohen Finanzierungskosten und Störungen in den Lieferketten konfrontiert.

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Der Kreml hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Fall Kostyljow geäußert.