Ukrainische Sicherheitsbehörden geben an, einen geplanten Bombenanschlag im Zentrum von Charkiw vereitelt zu haben.
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Der Sicherheitsdienst der Ukraine, bekannt als SBU, erklärte, der Verdächtige habe geplant, Polizeibeamte ins Visier zu nehmen, indem er sie mit einem fingierten Notruf in ein Wohnhaus locken wollte.
Geplante Falle für die Polizei
Nach Angaben des SBU hatte der Jugendliche einen selbstgebauten Sprengsatz zusammengesetzt und beabsichtigt, ihn in einer Wohnung in einem Hochhaus im Stadtzentrum zu deponieren.
Ermittler zufolge sollte die Bombe in der Wohnung platziert und anschließend ein falscher Anruf bei der ukrainischen Polizeinotrufnummer 102 getätigt werden, um Einsatzkräfte zum Tatort zu locken.
Das Gerät sollte dann per Fernzündung detoniert werden, sobald die Polizei eingetroffen wäre.
Sicherheitskräfte nahmen den Verdächtigen in einem Hotelzimmer fest, wo er den Sprengsatz mutmaßlich fertigstellte.
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Über Telegram rekrutiert
Der SBU zufolge wurde der 16-Jährige vom russischen Militärgeheimdienst GRU über einen Telegram-Kanal angeworben, während er nach „leicht verdientem Geld“ suchte.
Nach Angaben der Ermittler reiste der Verdächtige aus Odessa nach Charkiw, nachdem ihm eine Bezahlung in Aussicht gestellt worden war.
Ihm seien die Koordinaten eines Verstecks mit vier Kilogramm Sprengstoff, einem Mobiltelefon und weiteren Komponenten übermittelt worden.
Die Behörden erklärten, er habe Anweisungen eines russischen Auftraggebers befolgt, um den Sprengsatz in seinem Hotelzimmer zusammenzubauen.
Später sollte er die Adresse und die Schlüssel zu der Wohnung erhalten, in der die Sprengstoffe deponiert werden sollten, sowie ein Mobiltelefon, das für die Fernzündung konfiguriert war.
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Bei Durchsuchungen stellten die Beamten die selbstgebaute Bombe und ein Smartphone mit Beweisen für die Kommunikation mit russischen Kontakten sicher, so der SBU.
Terrorvorwürfe
Dem Verdächtigen wurde gemäß Teil 1 des Artikels 14 und Teil 2 des Artikels 258 des ukrainischen Strafgesetzbuches der Verdacht mitgeteilt. Diese Bestimmungen betreffen die Vorbereitung eines terroristischen Anschlags, der von einer Gruppe nach vorheriger Absprache begangen wird.
Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zwölf Jahre Haft mit Einziehung seines Vermögens.
Der Fall folgt auf eine tödliche Explosion in Lwiw am 22. Februar, als zwei selbstgebaute Sprengsätze im Stadtzentrum detonierten.
Eine 23-jährige Polizeibeamtin, Viktoriia Shpylka, wurde getötet, 24 weitere Personen wurden verletzt. In diesem Fall wurde später ein Verdächtiger festgenommen.
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Quellen: Ukrinform; Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU)