Die Suchanfragen begannen Ende 2025 stark anzusteigen.
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Eine wachsende Zahl von Russen scheint ihre Zukunft innerhalb des Landes zu überdenken.
Laut dem unabhängigen russischen Medium Verstka zeigen Google-Trends-Daten einen deutlichen Anstieg der Suchanfragen im Zusammenhang mit Auswanderung, einschließlich Suchanfragen wie „Wie man Russland verlässt“.
Das Interesse an solchen Suchanfragen war nach der Mobilisierung im September 2022 stetig gesunken und erreichte Anfang 2025 einen Tiefpunkt.
Der Trend begann sich jedoch gegen Ende des Jahres 2025 umzukehren. Bis Januar 2026 war die Suchaktivität sprunghaft angestiegen, wobei sich die Zahlen von Anfang März früheren Höchstständen näherten.
Die russische Suchmaschine Yandex spiegelt ein ähnliches Muster wider, obwohl der Anstieg allmählicher zu sein scheint als bei Google.
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Sperren breiten sich aus
Das erneute Interesse kommt inmitten weit verbreiteter Störungen des mobilen Internetzugangs im ganzen Land auf.
Überwachungsgruppen berichten über mehr als 11.900 Abschaltungen landesweit in einem Zeitraum von sieben Monaten ab Mai 2025.
Bis zum Ende dieses Jahres rangierte Russland weltweit an erster Stelle bei der Anzahl der Internetsperren, von denen rund 146 Millionen Menschen betroffen waren.
Im März verschärften sich die Einschränkungen in Moskau. Einwohner in zentralen Gebieten haben über einen nahezu vollständigen Verlust der Konnektivität berichtet, während in anderen Bezirken der Zugang oft auf eine kleine Auswahl staatlich genehmigter Websites beschränkt ist.
Verschärfung der Kontrolle
Laut dem ukrainischen staatlichen Medium United24Media haben die russischen Behörden die Maßnahmen mit Sicherheitsbedenken in Verbindung gebracht. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, die Ukraine verwende „immer ausgefeiltere Methoden für Angriffe“ und warnte die Bürger, sich auf „langfristige Ausfälle“ einzustellen.
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Am 20. Februar unterzeichnete Präsident Wladimir Putin ein Gesetz, das dem Föderalen Sicherheitsdienst (FSB) erlaubt, Telekommunikationsanbietern die Aussetzung von Diensten anzuordnen. Unternehmen sind während solcher Störungen von der Haftung befreit.
Gleichzeitig wurde ein landesweites „Whitelist“-System eingeführt, das den Zugang zu vorab genehmigten digitalen Plattformen und Kommunikationskanälen einschränkt.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Beamte hatten einen reibungslosen Übergang versprochen, aber die Einführung hat erhebliche Störungen verursacht. Berichte deuten auf Konnektivitätsprobleme in 71 Regionen hin.
In Moskau haben Ausfälle und eingeschränkter Zugang in zentralen Bezirken die Geschäftstätigkeit behindert. Analysten schätzen, dass die lokale Wirtschaft aufgrund der Einschränkungen innerhalb weniger Tage Milliarden von Rubel verloren hat.
Die Kombination aus verschärften Kontrollen und abnehmendem digitalem Zugang scheint das öffentliche Verhalten zu beeinflussen, da immer mehr Russen Optionen außerhalb der Landesgrenzen erkunden.
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Quellen: Verstka, Google Trends, United24Media