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Russland plante angeblich ein gefälschtes Attentat, um Orbán an der Macht zu halten

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Kremlin.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Russland und Ungarn verbindet eine komplizierte Geschichte, die von Einfluss und Kontrolle geprägt ist.

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Von Interventionen aus der Sowjetära bis hin zu den heutigen politischen Beziehungen hat Moskau Budapest nie ganz aus den Augen verloren.

Nun rückt diese Beziehung wieder in den Fokus.

Geheimer Vorschlag

Russische Geheimdienstoffiziere sollen vorgeschlagen haben, ein Attentat auf den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán zu inszenieren, wie aus einem Bericht hervorgeht, der von der Washington Post analysiert und von Hotnews zitiert wurde.

Der Plan wurde in einem internen Dokument des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR umrissen, das Berichten zufolge von einem europäischen Geheimdienst authentifiziert wurde.

Der Vorschlag wurde als eine Möglichkeit beschrieben, den Ton der bevorstehenden ungarischen Parlamentswahlen am 12. April dramatisch zu verändern.

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„Gamechanger“-Plan

Dem Dokument zufolge wurde die Strategie als „Gamechanger“ bezeichnet.

Beamte deuteten an, dass ein solcher Vorfall die Kampagne von wirtschaftlichen Fragen hin zu Sicherheitsbedenken verlagern würde.

„Ein solcher Vorfall wird die Wahrnehmung der Kampagne von der rationalen Ebene sozioökonomischer Fragen auf eine emotionale Ebene verlagern, wo die Schlüsselthemen Staatssicherheit und Stabilität sowie die Verteidigung des politischen Systems sein werden“, heißt es in dem Bericht.

Knappes Rennen

Der angebliche Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Orbán vor einer der schwierigsten Wahlen seiner politischen Karriere steht.

Laut Reuters liegt seine Fidesz-Partei in Umfragen hinter Oppositionsführer Péter Magyar und seiner Tisza-Partei zurück.

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Das SWR-Dokument wies auch auf die weit verbreitete Unzufriedenheit unter den ungarischen Wählern hin.

„Die Mehrheit (52,3 %) ist mit der Lage im Land unzufrieden“, hieß es.

Internationale Einsätze

Westliche Beamte glauben, dass Moskau ein großes Interesse daran hat, Orbán an der Macht zu halten.

Der ungarische Staatschef ist oft mit der EU-Politik aneinandergeraten und unterhält engere Beziehungen zu Russland als die meisten europäischen Staats- und Regierungschefs.

Gleichzeitig haben auch die Vereinigten Staaten ihre Unterstützung für Orbán gezeigt, indem hochrangige Beamte in den letzten Monaten Budapest besucht haben.

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Dementi und Schweigen

Der Kreml hat den Bericht zurückgewiesen, und Sprecher Dmitri Peskow nannte ihn Desinformation.

Russlands SWR lehnte eine Stellungnahme ab.

Orbáns Büro hat nicht auf Anfragen zur Stellungnahme zu den Vorwürfen reagiert.

Quellen: The Washington Post, Reuters. Hotnews.

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