Während die Bemühungen zur Wiederaufnahme von Friedensgesprächen andauern, äußert die ukrainische Führung Bedenken hinsichtlich sich verändernder globaler Dynamiken. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt, dass mehrere aufkommende Faktoren das Kräfteverhältnis am Verhandlungstisch beeinflussen könnten.
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Seine Warnung unterstreicht, wie Entwicklungen außerhalb des Schlachtfelds die nächste Phase der Diplomatie prägen könnten, berichtet Ziarre.com.
Signale und Timing
In Äußerungen vor dem Europäischen Rat verwies Selenskyj auf neue Hinweise darauf, dass Verhandlungen bald wieder aufgenommen werden könnten.
„In den vergangenen Tagen haben wir von amerikanischer Seite Signale erhalten, dass die Verhandlungen bald wieder aufgenommen werden könnten. Aber in welcher Stimmung wird die russische Seite dieses Mal kommen?“, sagte er.
Er betonte, dass internationale Partner sicherstellen müssten, dass Moskau sich im Vorfeld der Gespräche nicht ermutigt fühle.
„Und das nicht nur wegen der Situation mit dem Iran, die einen Anstieg der weltweiten Ölpreise verursacht“, fügte er laut Pravda UA hinzu.
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Fünf Druckpunkte
Selenskyj skizzierte fünf zentrale Risiken, die seiner Ansicht nach Russlands Position stärken könnten.
Erstens verwies er auf den verstärkten Einsatz von Luftabwehrraketen im Nahen Osten, was auf eine geringere Verfügbarkeit für die Ukraine hindeuten könnte.
Zweitens wies er auf Verzögerungen beim 20. Sanktionspaket der Europäischen Union hin. „Es hätte weiterhin Druck auf Russland ausüben und es zu einem echten Friedensprozess bewegen können“, sagte er.
Er warnte zudem, dass gelockerte US-Beschränkungen Russlands finanzielle Möglichkeiten stärken könnten, ebenso wie die Unsicherheit über ein vorgeschlagenes europäisches Unterstützungspaket in Höhe von 90 Milliarden Euro.
Kritische Unterstützung
Der ukrainische Präsident bezeichnete den europäischen Finanzierungsplan als entscheidend für die nationale Sicherheit.
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„Für uns ist dies ein entscheidender Aspekt. Es ist die Ressource zum Schutz von Menschenleben“, sagte er.
Er fügte hinzu: „Und der fünfte Punkt: Heute wissen wir nicht mit Sicherheit, ob diese Unterstützung freigegeben wird.“
Diese Unsicherheit könne, so deutete er an, die Verhandlungsposition der Ukraine schwächen.
Gespräche ausgesetzt
Diplomatische Bemühungen bleiben angesichts breiterer geopolitischer Spannungen ausgesetzt.
Das ukrainische Außenministerium erklärte, Gespräche unter Beteiligung von Kiew, Washington und Moskau seien derzeit aufgrund der Lage im Nahen Osten pausiert.
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Russland hat angedeutet, dass die Pause vorübergehend sei, wobei der Kreml erklärte, die Gespräche könnten wieder aufgenommen werden, sobald die Zeitpläne abgestimmt seien.
Selenskyj hat zuvor direkte Gespräche mit US-Präsident Donald Trump gefordert und darauf hingewiesen, dass „es bestimmte Fragen gibt, die nicht aufgeschoben werden können“.
Quellen: Ziarre.com, Pravda UA