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Jury verurteilt Bill Cosby zu 51 Millionen Euro Schadenersatz in Zivilprozess

Actor Bill Cosby and spokesman Andrew Wyatt arrive for day 2 of Cosby's sexual assault re-trial at the Montgomery County Courthouse in Norristown, PA, April 10, 2018
Michael Candelori / Shutterstock.com

Eine Jury in Kalifornien hat einer Frau, die Bill Cosby eines sexuellen Übergriffs aus dem Jahr 1972 beschuldigt, mehr als 51 Millionen Euro zugesprochen. Die Entscheidung, die nach mehreren Tagen der Beratung fiel, zählt zu den höchsten zivilrechtlichen Schadensersatzurteilen gegen den ehemaligen TV-Star.

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Die Klage wurde von Donna Motsinger, einer ehemaligen Kellnerin, eingereicht und konnte auf Grundlage kalifornischer Gesetze verhandelt werden, die verjährte Ansprüche wegen sexuellen Missbrauchs wieder zulassen.

Berichte der BBC und detaillierte Gerichtsreportagen der New York Times zeigen, dass die Geschworenen letztlich ihrer Darstellung der Ereignisse von vor mehr als fünf Jahrzehnten folgten.

Gerichtsstreit

Die Gesamtsumme umfasst eine Entschädigung für ihr Leid sowie einen deutlich höheren Betrag mit Strafcharakter und beläuft sich insgesamt auf rund 51,1 Millionen Euro.

Motsinger sagte vor Gericht aus, dass ihr Wein und eine Tablette gegeben worden seien, bevor sie das Bewusstsein verlor. In ihrer Klageschrift heißt es: „Das Nächste, woran sie sich erinnerte, war, dass sie immer wieder das Bewusstsein verlor und wiedererlangte.“

Cosby wies die Vorwürfe zurück. Seine Anwältin Jennifer Bonjean argumentierte vor Gericht, die finanziellen Sanktionen seien ungerechtfertigt.

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„Es geht hier nicht um Abschreckung“, sagte sie den Geschworenen und fügte hinzu: „Ein blinder 88-jähriger Mann kann sein Haus nicht verlassen.“

Anschließend bestätigte sie, dass Berufung eingelegt werde: „Wir sind jedoch der Ansicht, dass wir gute Erfolgsaussichten haben und werden diesen Schritt gehen.“

In einer eidesstattlichen Aussage, auf die während des Verfahrens Bezug genommen wurde, erklärte Cosby, er könne sich nicht erinnern, ob es zu sexuellem Kontakt gekommen sei: „Ich kann mich nicht erinnern, ob ich es getan habe oder nicht.“

Ein größeres Muster

Das Urteil steht im Kontext jahrelanger Vorwürfe, die Cosbys öffentliches Ansehen grundlegend verändert haben. Dutzende Frauen haben ihn im Laufe der Zeit des Fehlverhaltens beschuldigt, was er stets bestritten hat.

Seine einzige strafrechtliche Verurteilung in einem separaten Fall wurde 2021 aus verfahrensrechtlichen Gründen aufgehoben, nachdem er fast drei Jahre im Gefängnis verbracht hatte. Seitdem wurden zivilrechtliche Verfahren fortgesetzt, darunter ein Fall im Jahr 2022, in dem einer weiteren Klägerin Schadensersatz zugesprochen wurde – ein Hinweis darauf, dass diese Klagen zunehmend über die Verantwortlichkeit entscheiden.

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Motsinger, inzwischen in ihren 80ern, bezeichnete das Urteil als längst überfällig. „Es hat 54 Jahre gedauert, Gerechtigkeit zu bekommen“, sagte sie laut BBC.

Das Urteil spiegelt einen breiteren rechtlichen Wandel in den USA wider, wo Änderungen der Verjährungsgesetze es ermöglichen, jahrzehntealte Vorwürfe vor Gericht zu prüfen, anstatt sie von vornherein abzuweisen.

Für Cosby, einst eine prägende Figur der amerikanischen Unterhaltungsindustrie, trägt jedes Urteil zu einer fortlaufenden Neubewertung seines Vermächtnisses bei.

Quellen: BBC, The New York Times

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