Die Ukraine bereitet neue Schutzmaßnahmen vor, um ihre Truppen vor wachsenden Online-Risiken zu schützen. Offizielle Stellen erklärten, der Schritt sei eine Reaktion auf zunehmende Bedenken im Zusammenhang mit Glücksspiel während des Krieges.
Gerade lesen andere
Das Ministerium für digitale Transformation gab am 25. März bekannt, dass es laut The Kyiv Independent ein System entwickelt, um den Zugang von Militärangehörigen zu Online-Glücksspielplattformen einzuschränken. Die Initiative wird in Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium umgesetzt.
Die Behörden erklären, dass Glücksspielabhängigkeit seit der umfassenden Invasion Russlands zu einem wachsenden Problem geworden ist. Es besteht die Sorge, dass Soldaten bei der Registrierung auf solchen Websites sensible persönliche Daten preisgeben könnten.
Neues Kontrollsystem
Der geplante Mechanismus wird Nutzer, die versuchen, auf Glücksspielplattformen zuzugreifen, mit offiziellen Registern abgleichen.
Wenn eine Person entweder als vom Glücksspiel ausgeschlossen geführt wird oder als Angehöriger des Militärs identifiziert ist, wird der Zugang automatisch blockiert.
„Wir setzen unseren systematischen Kampf gegen die Glücksspielabhängigkeit fort“, teilte das Ministerium mit.
Lesen Sie auch
Beamte fügten hinzu, dass Plattformbetreiber nicht darüber informiert werden, ob ein gesperrter Nutzer ein Militärangehöriger ist, und keine personenbezogenen Daten erhalten, um Datenlecks zu verhindern.
Zunehmende Bedenken
Das Thema hat in der Ukraine eine breitere Debatte ausgelöst, insbesondere über die Auswirkungen des Glücksspiels auf Soldaten und ihre Familien.
Das Ministerium erklärte, das Ziel sei es, die mit Abhängigkeit verbundenen Schäden zu verringern und gleichzeitig den Schutz während des Kriegsrechts zu stärken.
PlayCity, die staatliche Behörde zur Regulierung des Glücksspielsektors, wird die Umsetzung des Systems überwachen.
Wachsender öffentlicher Druck
Die öffentliche Besorgnis über das Thema nimmt zu. Im März 2024 erhielt eine Petition, die strengere Beschränkungen forderte, genügend Unterstützung, um das Präsidialamt zu erreichen.
Lesen Sie auch
Ihr Verfasser, der Soldat Pavlo Petrychenko, wurde im April 2024 im Gebiet Donezk im Kampf getötet, kurz bevor Präsident Wolodymyr Selenskyj Beschränkungen für Online-Glücksspiele einführte, darunter ein Verbot für Militärangehörige während des Kriegsrechts.
Sicherheitsrisiken
Die Behörden haben Glücksspielplattformen auch mit umfassenderen Sicherheitsbedrohungen in Verbindung gebracht.
Im Februar 2025 nahmen Ermittler den Direktor des Online-Casinos Pin-Up wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Russland fest. Beamte erklärten, die tatsächlichen Eigentümer der Plattform seien russische Staatsbürger gewesen, die Nutzerdaten sammelten, darunter auch Informationen von ukrainischen Militärangehörigen.
Die Ukraine hatte Glücksspiele zuvor im Jahr 2009 verboten, bevor sie 2020 teilweise wieder legalisiert wurden.
Quellen: The Kyiv Independent