Haie mit Drogenrückständen in beliebten Touristengewässern entdeckt
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Wissenschaftler haben Spuren von Drogen in Haien gefunden, die in der Nähe eines beliebten Touristenziels leben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass vom Menschen verwendete Substanzen zunehmend in Meeresökosysteme gelangen.
Forscher, die Haie nahe Eleuthera Island auf den Bahamas untersuchten, fanden Spuren von Kokain, Koffein und gängigen Medikamenten im Blut der Tiere.
Die Studie, über die Science News berichtete, wurde von einem Team des Cape Eleuthera Institute durchgeführt.
Koffein war die am häufigsten nachgewiesene Substanz und wurde bei 27 von 85 untersuchten Haien gefunden.
Kokain wurde bei zwei Haien nachgewiesen, außerdem fanden sich Diclofenac und Paracetamol in mehreren Proben.
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Wie die Stoffe ins Meer gelangen
Die Wissenschaftler wissen noch nicht genau, wie die Substanzen in die Haie gelangt sind.
Studienleiterin Natascha Wosnick erklärte:
„Sie beißen Dinge, um sie zu untersuchen, und kommen dabei mit diesen Stoffen in Kontakt.“
Die Forscher vermuten, dass die Verunreinigung durch Abfälle, Abwasser oder entsorgte Materialien ins Meer gelangt.
Die meisten betroffenen Haie wurden in einem Gebiet gefunden, das bei Touristen sehr beliebt ist.
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Experten sagen, dass Meeresströmungen Schadstoffe in solche Regionen tragen können, menschliche Aktivitäten jedoch eine zentrale Rolle spielen.
Die Studie ist die erste, die Koffein und Paracetamol in Haien weltweit nachweist.
Wachsende Bedenken
Die Ergebnisse liefern weitere Hinweise darauf, dass vom Menschen verursachte Stoffe die Tierwelt beeinflussen.
Eine separate Studie in Brasilien fand ebenfalls Kokain in wilden Haien, was darauf hindeutet, dass das Problem weiter verbreitet sein könnte.
Es ist bislang unklar, wie sich diese Substanzen auf das Verhalten und die Gesundheit der Haie auswirken.
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Die Forschung zu den langfristigen Folgen für Meereslebewesen läuft weiter.
Quellen: Science News, Cape Eleuthera Institute