Rekrutierungskampagnen mit Verbindungen zu Russland geraten zunehmend in die Kritik, da sie gezielt gefährdete Personen in ganz Afrika ansprechen. Berichten zufolge werden Versprechen von Geld und Chancen genutzt, um Männer für den Krieg in der Ukraine zu gewinnen.
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Einige, die die Angebote angenommen haben, sagen, dass sich die Realität ganz anders dargestellt hat.
Laut WP Wiadomości werben Anwerber mit angeblich legaler und gut bezahlter Arbeit im Zusammenhang mit dem russischen Militär. Ein solcher Anwerber, der über Telegram kontaktiert wurde, drängte einen potenziellen Rekruten zur Eile.
„Glaub mir, Bruder, du musst dich beeilen. Diese Gelegenheit könnte nie wieder kommen“, sagte er und stellte hohen Lohn, Leistungen und sogar die Aussicht auf Staatsbürgerschaft in Aussicht.
Versprechen und Druck
Der Anwerber behauptete, Neuankömmlinge würden nach der Ausbildung mehrere tausend Dollar erhalten, gefolgt von einem stabilen monatlichen Einkommen sowie medizinischer Versorgung und Wohnanreizen.
„Der Krieg wird bald vorbei sein“, fügte er hinzu und deutete an, dass die Gelegenheit zeitlich begrenzt sei.
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Er beruhigte Kandidaten ohne militärische Vorkenntnisse mit den Worten: „Wir bringen dir alles bei“, und spielte Bedenken hinsichtlich Sicherheit oder Kontakt zur Familie herunter.
Realität vor Ort
Zeugenaussagen, die von WP Wiadomości gesammelt wurden, zeichnen jedoch ein anderes Bild. Der kenianische Staatsbürger Duncan Chege sagte, er habe geglaubt, für zivile Arbeit zu reisen, nur um nach seiner Ankunft in Russland zum Militärdienst gezwungen zu werden.
„Ich war überzeugt, dass ich ein neues Kapitel in meinem Leben beginne“, sagte er und beschrieb, wie er in einem Militärlager unter Druck gesetzt wurde, einen Vertrag zu unterschreiben.
Nach seiner Entsendung erinnerte er sich an eine deutliche Warnung eines Kommandeurs: „Hier kämpfst du entweder oder du stirbst.“
Steigende Zahlen
Daten der Schweizer Gruppe INPACT zufolge steigt die Zahl afrikanischer Rekruten in den russischen Streitkräften stetig an; jedes Jahr werden Hunderte angeworben, und es werden erhebliche Verluste gemeldet.
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Regierungen in mehreren afrikanischen Ländern haben Bedenken geäußert, während einige Rekrutierungsnetzwerke untersucht wurden oder rechtlichen Maßnahmen ausgesetzt sind.
Experten sagen, dass wirtschaftliche Not eine große Rolle spielt, wodurch Angebote mit hohem Lohn und Chancen im Ausland schwer abzulehnen sind.
Langfristige Auswirkungen
Überlebende berichten von anhaltenden Traumata und warnen andere davor, solche Angebote anzunehmen. Chege, der schließlich in seine Heimat zurückkehrte, sagte, die Erfahrung habe tiefe psychische Spuren hinterlassen.
„Ich habe eine Botschaft: Vertraue niemals irgendwelchen Anwerbern. Russland ist eine Falle“, sagte er.
Unterdessen betonen Anwerber weiterhin, dass die Tätigkeiten variieren könnten und nicht zwangsläufig Kampfeinsätze seien, und weisen Kritik als Fehlinformation zurück.
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Quellen: WP Wiadomości, INPACT