Neues Gesetz in China soll ungewöhnliche Praxis bei Bestattungen stoppen.
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China führt ein Gesetz ein, das es verbietet, die Asche verstorbener Angehöriger in unbewohnten Wohnungen aufzubewahren.
Laut The Guardian richtet sich die Maßnahme gegen eine wachsende Praxis, die durch hohe Bestattungskosten und begrenzten Platz auf Friedhöfen entstanden ist.
Das Gesetz untersagt die Nutzung von Wohnraum „gezielt zur Aufbewahrung von eingeäscherten Überresten“ und schränkt zudem Bestattungen außerhalb offizieller Friedhöfe ein.
Steigende Kosten treiben den Trend
Die Praxis, bekannt als „guhui fang“, hat sich im Zuge von Urbanisierung und einer alternden Bevölkerung entwickelt.
Da Grabplätze immer knapper und teurer werden, nutzen manche Familien leerstehende Wohnungen als Gedenkorte.
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Diese werden häufig wie Schreine eingerichtet, mit Urnen nach Generationen angeordnet sowie Kerzen und dekorativen Elementen.
Eine Studie aus dem Jahr 2020 zeigt, dass China die zweithöchsten Bestattungskosten weltweit hat – nach Japan.
Die neuen Regeln sollen vor dem Qingming-Fest in Kraft treten, einer traditionellen Zeit zum Gedenken an die Vorfahren.
Gleichzeitig sind die Immobilienpreise gesunken, wodurch Wohnungen für viele eine attraktivere langfristige Lösung geworden sind als Grabstätten, die oft nur für 20 Jahre vergeben werden.
Kritik im Netz
Die Ankündigung hat starke Reaktionen in sozialen Medien ausgelöst.
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Ein entsprechender Hashtag erreichte über 7 Millionen Aufrufe auf Weibo, wobei viele Nutzer die Durchsetzbarkeit der Regeln infrage stellen.
„Wer soll das kontrollieren? Wollen sie jedem Urnengefäß ein GPS verpassen?“, schrieb ein Nutzer.
Ein anderer kommentierte:
„Selbst mit 90 Prozent Rabatt sind Friedhofsbestattungen noch zu teuer.“
Demografischer Druck wächst
Die alternde Bevölkerung verschärft die Situation.
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Offizielle Zahlen zeigen, dass 11,3 Millionen Menschen im Jahr 2025 starben, verglichen mit 9,8 Millionen im Jahr 2015, während die Geburtenrate niedrig bleibt.
Als Reaktion fördern einige Städte alternative Bestattungsformen, darunter Seebestattungen und andere umweltfreundliche Lösungen.
In Shanghai wurden 2025 mehr als 10.000 Seebestattungen durchgeführt – ein Rekord.
Quellen: The Guardian, Weibo