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Die Länder, denen aktuell am ehesten das Öl ausgehen könnte

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Die weltweit anfälligsten Ölimporteure, während der Verkehr durch die Straße von Hormus einbricht.

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Drei Wochen nach Beginn des Krieges zwischen den USA und dem Iran steht der globale Ölmarkt unter Druck durch massive Störungen im und rund um die Straße von Hormus, eine Route, über die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird.

Der Tankerverkehr ist stark zurückgegangen, und die Preise sind auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen.

Eine Analyse von Forbes, unter Berufung auf das Rohstoffteam von Société Générale, zeigt, dass besonders jene Länder gefährdet sind, die stark von Importen über Hormus abhängig sind, aber nur begrenzte Reserven haben.

Als besonders verwundbar gelten Vietnam, Myanmar und die Philippinen. Sie beziehen mehr als 80 Prozent ihres Öls über Lieferungen, die mit Hormus verbunden sind, und verfügen nur über etwa einen Monat Vorräte, bevor neue Lieferungen benötigt werden.

Singapur, das rund 680.000 Barrel pro Tag über diese Route erhält, hat etwa 40 Tage Vorräte, während Thailand rund 50 Tage für etwa 400.000 Barrel pro Tag vorweisen kann.

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Weitere gefährdete Staaten

Taiwan importiert etwa 525.000 Barrel pro Tag und verfügt über rund 100 Tage Vorräte, so der Bericht. Bangladesch liegt in einem ähnlichen Bereich und hat laut Bericht bereits mit Kraftstoffrationierungen begonnen.

Größere asiatische Volkswirtschaften verfügen über größere Reserven, sind jedoch weiterhin stark betroffen.

Südkorea importiert etwa 3 Millionen Barrel pro Tag, davon rund 2 Millionen über Hormus, und hat Vorräte für etwa 50 Tage ohne Importe oder etwa 70 Tage bei einer Störung, die nur Hormus betrifft.

Indien, das stark auf Rohöl aus dem Golf angewiesen ist, verfügt laut Forbes über eine strategische Reserve von 175 Millionen Barrel.

Indonesien könnte etwa 160 Tage durchhalten, Japan rund 200 Tage und China etwa 300 Tage. Analyst Lloyd Byrne von Jefferies sagte gegenüber Forbes, dass China stärkere „Stoßdämpfer“ durch diversifizierte Lieferquellen, eigene Produktion und große Lager aufgebaut habe.

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Lage in den USA

Die USA sind aufgrund ihrer inländischen Produktion weniger von physischen Engpässen betroffen als Asien.

Die jüngste Zählung von Baker Hughes zeigt 553 aktive Förderanlagen in den USA, während die U.S. Energy Information Administration prognostiziert, dass die inländische Rohölproduktion im Jahr 2026 durchschnittlich 13,6 Millionen Barrel pro Tag betragen wird und 2027 auf 13,8 Millionen Barrel pro Tag steigt.

Quellen: Forbes, Société Générale, BBC, IEA, AP, Baker Hughes, EIA