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Apple mit 518.000 Dollar Strafe wegen Verstoßes gegen Russland-Sanktionen belegt

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Apple wurde von britischen Behörden mit 518.000 Dollar wegen Verstößen gegen Russland-Sanktionen belegt, nachdem Zahlungen an eine neu sanktionierte Einheit im Jahr 2022 erfolgt waren — ein weiterer Fall regulatorischer Überprüfung des Unternehmens.

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Apple ist von britischen Behörden wegen Zahlungen an eine sanktionierte russische Einheit bestraft worden, was die wachsenden regulatorischen Herausforderungen für den Technologiekonzern weiter verschärft.

Im Zentrum des Falls stehen Transaktionen, die kurz nach einem Eigentümerwechsel einer Medienplattform durchgeführt wurden.

Laut The Telegraph verhängte das britische Office of Financial Sanctions Implementation (OFSI) eine Strafe von rund 518.000 US-Dollar gegen Apple wegen Verstößen gegen Russland-Sanktionen. Die Sanktion bezieht sich auf zwei Zahlungen in Höhe von insgesamt etwa 844.000 US-Dollar, die Mitte 2022 an den russischen Streamingdienst Okko geleistet wurden.

Zu diesem Zeitpunkt war Okko von der staatlichen Sberbank auf eine neue Einheit übertragen worden, die kurz darauf unter Sanktionen gestellt wurde.

Zahlungen unter Prüfung

OFSI erklärte, dass Apples in Irland ansässige Einheit am 30. Juni und 28. Juli 2022 Zahlungen abgewickelt habe, nachdem der neue Eigentümer bereits sanktioniert worden war.

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Die Behörde wies darauf hin, dass es ein begrenztes Zeitfenster gegeben habe, in dem zumindest eine Zahlung hätte gestoppt werden können.

Zudem wurde bekannt, dass Apple bereits im April 2022 mehr als 1,6 Millionen US-Dollar an Okko gezahlt hatte, noch bevor strengere Haftungsregeln in Kraft traten.

Mängel bei der Einhaltung

Die Behörden verwiesen auf Schwächen in Apples internen Kontrollmechanismen.

Laut Strafbescheid verließ sich das Unternehmen auf Selbstauskünfte von Entwicklern und Prüfungen durch Dritte, überprüfte jedoch Eigentümerwechsel nicht proaktiv.

OFSI erklärte, dass dieses Vorgehen „sehr wahrscheinlich dazu beigetragen hat, dass die Verstöße stattfinden konnten“.

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Die Geldstrafe wurde von ursprünglich 600.000 Pfund reduziert, nachdem Apple den Vorfall freiwillig gemeldet und mit den Behörden kooperiert hatte.

Anhaltende Überprüfung

Der Fall reiht sich in eine Serie regulatorischer Prüfungen ein, denen Apple insbesondere in Europa ausgesetzt ist, wo Behörden das Unternehmen wiederholt wegen Wettbewerbs- und Steuerfragen ins Visier genommen haben.

In den vergangenen Jahren war Apple in milliardenschwere Streitigkeiten mit EU-Behörden über mutmaßliche Steuervorteile in Irland verwickelt sowie in Bußgelder und Untersuchungen im Zusammenhang mit App-Store-Regeln und Kartellrecht.

Diese Fälle haben die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, wie das Unternehmen die Einhaltung von Vorschriften in verschiedenen Rechtsräumen handhabt.

Stellungnahme des Unternehmens

Apple erklärte, der Verstoß sei unbeabsichtigt gewesen, und man habe schnell reagiert, nachdem das Problem erkannt worden sei.

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„Wir halten uns an die Gesetze in den Ländern, in denen wir tätig sind, und nehmen die Einhaltung von Sanktionen sehr ernst“, sagte ein Sprecher.

„Nachdem wir zwei Zahlungen an einen Entwickler identifiziert hatten, der wenige Tage zuvor mit einer sanktionierten Einheit in Verbindung gebracht worden war, haben wir unsere Erkenntnisse umgehend und proaktiv der britischen Regierung gemeldet.“

Zunehmender Druck

Die Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmenden Drucks russischer Behörden auf Apple.

Laut RBC und Interfax haben Behörden Maßnahmen ergriffen, um Apple-Dienste einzuschränken, darunter Einschränkungen bei Zahlungsmöglichkeiten und Forderungen nach der Rückkehr bestimmter Apps in den App Store.

Regulierungsbehörden forderten Apple zudem auf, lokale Vorschriften einzuhalten, einschließlich der Bereitstellung russischer Suchmaschinen als Standardoption.

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Quellen: The Telegraph, OFSI, RBC, Interfax