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Japan stationiert Tomahawk-Raketen bei großer militärischer Aufrüstung

Tomahawk missile launch
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Japans Beziehungen zu den Vereinigten Staaten standen beim jüngsten Besuch von Premierminister Fumio Kishida im Weißen Haus deutlich im Fokus.

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Die Verteidigungszusammenarbeit spielte eine zentrale Rolle in den Gesprächen mit Präsident Donald Trump.

Nun verstärkt Tokio seine eigenen militärischen Fähigkeiten und sendet ein klares Signal über seine Rolle in der regionalen Sicherheit.

Erweiterte Schlagreichweite

Japan hat begonnen, US-amerikanische Tomahawk-Marschflugkörper auf seinen Zerstörern zu stationieren. Das erste modernisierte Schiff, die JS Chōkai, bereitet sich auf den operativen Einsatz vor.

Laut The Japan Times, zitiert von WP, wird das Schiff in den Vereinigten Staaten Trainings- und Teststarts durchführen, bevor es im September 2026 nach Japan zurückkehrt.

Die Raketen mit einer Reichweite von rund 1.600 Kilometern sollen die Abschreckung stärken, indem sie die Fähigkeit zu Angriffen über große Entfernungen ermöglichen.

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Modernisierung der Flotte

Die Aufrüstung ist Teil eines umfassenderen Plans zur Modernisierung von acht Zerstörern, darunter Schiffe der Kongō-, Atago- und Maya-Klasse.

Diese Schiffe verfügen bereits über Mk-41-Vertikalstartsysteme, die mit Tomahawk-Raketen kompatibel sind, was nach jüngsten technischen Anpassungen in den USA eine relativ einfache Integration ermöglicht.

Bisher konnte Japan die Raketen trotz kompatibler Startsysteme nicht operativ einsetzen.

Regionale Spannungen

Analysten, die von Defense Express zitiert werden, sagen, dass die Einführung der Tomahawks Japans militärische Reichweite deutlich erweitert.

Die Raketen werden die Waffen mit der größten Reichweite im japanischen Arsenal sein und eine zentrale Rolle in den erweiterten Schlagfähigkeiten spielen.

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Der Schritt wird allgemein als Reaktion auf regionale Bedrohungen durch China, Russland und Nordkorea gesehen.

Zukünftige Pläne

Japan bestellte im Januar 2024 insgesamt 400 Tomahawk-Raketen und 14 Startsysteme im Wert von etwa 1,7 Milliarden US-Dollar.

Langfristig plant das Land, die US-Systeme durch eine eigene Entwicklung zu ersetzen, die als Typ-12-Rakete bekannt ist.

Es gibt auch Fragen zur Lieferzeit, da der umfangreiche Einsatz von Tomahawks in jüngsten Konflikten, einschließlich Operationen im Zusammenhang mit Iran, die Verfügbarkeit beeinflussen könnte. Allerdings wird erwartet, dass die Produktion in den kommenden Jahren deutlich gesteigert wird.

Die Stationierung markiert einen wichtigen Meilenstein in Japans sich wandelnder Verteidigungspolitik, da das Land versucht, Abschreckung mit wachsenden Sicherheitsbedenken in der Region in Einklang zu bringen.

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Quellen: The Japan Times, Defense Express, WP