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Studie hebt unsicheren Weg für die Kraftstoffwende in der EU hervor

Queue of cars at gas station and Electric vehicles charging
BBA Photography / Shutterstock.com

Europas Abkehr von fossilen Brennstoffen gestaltet sich komplexer als erwartet, da politische Entscheidungsträger konkurrierende Technologien und wirtschaftliche Realitäten gegeneinander abwägen. Eine neue, von der Industrie unterstützte Analyse legt nahe, dass der Weg zur Klimaneutralität von einem breiteren Mix an Lösungen abhängen könnte als bislang angenommen.

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Laut einer gemeinsamen Studie von eFuel Alliance und Porsche Consulting könnte die EU fossile Brennstoffe bis 2046 auslaufen lassen und durch Alternativen wie synthetische Kraftstoffe ersetzen, die mithilfe erneuerbarer Energie, Wasser und abgeschiedenem CO₂ hergestellt werden.

In der Studie zitierte Prognosen der Europäischen Kommission zeigen, dass flüssige Kraftstoffe weiterhin weit verbreitet sein werden. Bis 2040 werden voraussichtlich rund 37 % der Pkw und 62 % der Lkw weiterhin auf sie angewiesen sein, ebenso wie die meisten Flugzeuge und Schiffe.

Die Kommission geht zudem davon aus, dass diese Kraftstoffe bis 2050 mehr als die Hälfte des Energiebedarfs im Verkehr decken werden, was ihre anhaltende Rolle unterstreicht, selbst wenn sich Elektrofahrzeuge weiter verbreiten.

Begrenzungen für das Wachstum von Elektrofahrzeugen

Diese Entwicklung ist jedoch alles andere als sicher. Die Studie argumentiert, dass Engpässe bei Rohstoffen, darunter Lithium und Nickel, die Verbreitung von Elektrofahrzeugen kurzfristig bremsen könnten.

Langfristig könnten zudem Einschränkungen beim Ausbau der Stromnetze die Elektrifizierung weiter begrenzen, heißt es weiter.

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Sollten diese Faktoren anhalten, deuten in dem Bericht zitierte Branchenprognosen darauf hin, dass die Kraftstoffnachfrage die aktuellen Erwartungen der EU übersteigen könnte.

Kritiker stellen jedoch seit Langem infrage, ob solche Prognosen die künftige Abhängigkeit von flüssigen Kraftstoffen überschätzen.

Finanzierung bleibt entscheidend

Den in der Studie angeführten Branchenschätzungen zufolge könnte die Produktionskapazität für eFuels bis 2045 auf über 200 Milliarden Liter steigen und damit potenziell den Bedarf im Verkehrssektor ohne Angebotskonkurrenz decken.

Dennoch verläuft der Fortschritt langsam. „Finanzierung ist die entscheidende Frage. Nur sechs Prozent dieser 300 Projekte haben eine endgültige Investitionsentscheidung getroffen“, sagte Ralf Diemer, Geschäftsführer der eFuel Alliance, in der Pressemitteilung.

Er fügte hinzu: „Wenn die EU ihre Ziele im Bereich der Elektromobilität erreicht, kann unsere Branche fossile Brennstoffe noch vor 2050 aus dem Markt verdrängen.“

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Die meisten Projekte konzentrieren sich auf den Verkehrssektor, wobei eMethanol — ein synthetischer Kraftstoff, der in mehreren Sektoren eingesetzt werden kann — zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Der Bericht fordert klarere regulatorische Rahmenbedingungen und stärkere Anreize, während die breiteren klimapolitischen Debatten in der EU darüber andauern, wie Elektrifizierung am besten mit alternativen Kraftstoffen in Einklang gebracht werden kann.

Quellen: eFuel Alliance, Porsche Consulting, Europäische Kommission