Ein russisches Marinemanöver in einer der meistbefahrenen Wasserstraßen Europas hat vor dem Hintergrund wachsender Spannungen Aufmerksamkeit erregt. Die Passage sanktionierter Schiffe durch den Ärmelkanal wird als direkter Test der britischen Durchsetzungsfähigkeit gewertet.
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Die Entwicklung erfolgt trotz früherer Warnungen der britischen Regierung.
Laut The Express eskortierte eine russische Fregatte am 8. April zwei sanktionierte Tanker durch den Ärmelkanal. Das Kriegsschiff, die Admiral Grigorowitsch, gehört zur russischen Schwarzmeerflotte.
Berichten zufolge fuhr das Schiff zwischen den beiden Tankern, während diese nach Westen unterwegs waren, während ein britisches Unterstützungsschiff die Situation aus einiger Entfernung beobachtete.
Machtdemonstration
Die Admiral Grigorowitsch, eine 3.620 Tonnen schwere Fregatte, ist mit Anti-Schiffs-, Marschflug- und Boden-Luft-Raketen ausgestattet.
Ihre Präsenz neben den Tankern wird als schützende Eskorte interpretiert und unterstreicht Moskaus Entschlossenheit, Öllieferungen trotz Sanktionen aufrechtzuerhalten.
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The Telegraph berichtete, dass die Schiffe entlang der britischen Küste fuhren, wobei der Tanker der Royal Fleet Auxiliary, RFA Tideforce, ihre Bewegung verfolgte.
Sanktionierte Schiffe
Die beiden beteiligten Schiffe wurden zuvor mit Russlands sogenannter „Schattenflotte“ in Verbindung gebracht, die zum Transport von Öl und zur Umgehung von Beschränkungen eingesetzt wird.
Ein Tanker, Universal, verließ im Januar Wyssozki und wurde mit Bemühungen in Verbindung gebracht, Russlands Krieg in der Ukraine zu finanzieren.
Ein weiteres Schiff, Enigma, das unter der Flagge Kameruns fährt, verließ Ende März Primorsk und soll auf dem Weg in die Türkei sein.
Politischer Druck
Premierminister Sir Keir Starmer hatte zuvor eine härtere Gangart signalisiert und Maßnahmen genehmigt, um Schiffe abzufangen, die im Verdacht stehen, Sanktionen zu umgehen.
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Er erklärte, Großbritannien werde die Schattenflotte „noch entschlossener“ ins Visier nehmen, obwohl bislang keine Beschlagnahmungen erfolgt sind.
Die Situation hat Kritik an der Fähigkeit Großbritanniens ausgelöst, maritime Beschränkungen durchzusetzen und auf russische Aktivitäten zu reagieren.
Forderungen nach Maßnahmen
Der ehemalige Major der britischen Armee Andrew Fox sagte, der Schritt sei darauf ausgelegt, Großbritannien in Verlegenheit zu bringen.
„Die Russen sind verzweifelt bemüht, diesen Ölfluss aufrechtzuerhalten und den Krieg in der Ukraine fortzuführen“, sagte er. „Sie führen Starmer derzeit regelrecht vor.“
Er fügte hinzu, dass eine strengere Durchsetzung ein klareres Signal an Moskau senden könnte.
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Eskalationsrisiko
Nach den bestehenden Plänen könnten britische Behörden Marineeinheiten oder Strafverfolgungskräfte einsetzen, um Schiffe zu beschlagnahmen, die im Verdacht stehen, Sanktionen zu verletzen.
Moskau hat jedoch gewarnt, auf solche Maßnahmen zu reagieren.
Der jüngste Vorfall verdeutlicht die zunehmenden Spannungen auf See, wo wirtschaftlicher Druck und militärische Machtsignale immer stärker ineinandergreifen.
Quellen: The Express, The Telegraph