Der Premierminister von Grönland hatte eine ganz andere Beschreibung des Landes im Norden.
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Die Führung Grönlands hat erneute Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen und damit die Debatte über die geopolitische Zukunft der arktischen Insel neu entfacht.
Trump kritisierte die Rolle der NATO in den jüngsten Konflikten, darunter der gemeinsam mit Israel begonnene Krieg gegen den Iran. Auf Truth Social beklagte er, dass das Bündnis nicht gehandelt habe, als es nötig gewesen wäre.
„ERINNERT EUCH AN GRÖNLAND, DIESES GROSSE, SCHLECHT VERWALTETE EISLOCH“, schrieb Trump in Großbuchstaben.
Die Bemerkung rief eine prompte Reaktion von Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen hervor, der die Charakterisierung zurückwies und die Identität und Autonomie der Insel betonte.
„Wir sind nicht irgendein Stück Eis. Wir sind eine stolze Bevölkerung von 57.000 Menschen, die jeden Tag als verantwortungsbewusste Bürger der Welt arbeiten – mit vollem Respekt für all unsere Verbündeten“, sagte Nielsen gegenüber Reuters.
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Strategische Bedeutung
Washington argumentiert, dass Grönland von entscheidender Bedeutung ist, um dem russischen und chinesischen Einfluss in der Arktis entgegenzuwirken. Die USA unterhalten bereits eine Militärpräsenz auf der Insel im Rahmen eines Abkommens von 1951.
„Es wäre seltsam, wenn alle Seiten eine verstärkte Verteidigungszusammenarbeit diskutieren wollen, dieses Abkommen (von 1951, nicht wahr?) zu missachten“, sagte Nielsen.
Dennoch äußerte er Zweifel an den Absichten der USA. „Ich sehe seinen Wunsch, Grönland zu übernehmen oder zu kontrollieren, noch nicht vom Tisch“, sagte er.
Anhaltende Auseinandersetzung
Anfang des Jahres reagierten europäische Staaten auf den Druck der USA mit der Entsendung begrenzter Truppenkontingente nach Grönland, um ein Zeichen der Einigkeit zu setzen.
Trump milderte später seine Haltung nach Gesprächen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte und deutete einen möglichen diplomatischen Rahmen an.
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Trotz dieser Verschiebung werden die Verhandlungen zwischen Grönland, Dänemark und den Vereinigten Staaten fortgesetzt, wobei weitere Treffen geplant sind.
Aufruf zur Einigkeit
In dem Interview mit Reuters forderte Nielsen die NATO-Mitglieder auf, bei der Verteidigung des Völkerrechts und der Nachkriegsordnung zusammenzustehen.
„Diese Dinge werden jetzt in Frage gestellt, und ich denke, alle Verbündeten sollten zusammenstehen, um zu versuchen, sie aufrechtzuerhalten. Ich hoffe, dass das geschieht“, sagte er.
Seine Äußerungen spiegeln eine breitere Besorgnis unter den Verbündeten wider, nachdem die USA zuvor angedeutet hatten, die Kontrolle über Grönland zu übernehmen, ein selbstverwaltetes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark.
Quellen: Reuters, Truth-Social-Post von Donald Trump