Europäische Staats- und Regierungschefs wehren sich mit neuen Sanktionen.
Wenn eine massive Militärmacht plötzliche Angriffe im eigenen Land erlebt, bleibt die Führungsebene selten ruhig.
Führungspersönlichkeiten, die jahrelang totale Kontrolle demonstrierten, können sich plötzlich auf der Suche nach Antworten wiederfinden.
Nun behauptet ein hochrangiger europäischer Beamter, dass genau dieses Szenario purer Panik hinter verschlossenen Türen in Moskau stattfindet.
Anzeichen von Panik
Laut dem rumänischen Nachrichtenoutlet Digi24 glaubt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas, dass die russische Regierung die Kontrolle verliert. Sie sagt, dass jüngste Angriffe tief im russischen Territorium die Führung zutiefst verwirrt haben.
Die Ziele dieser Angriffe sind sorgfältig ausgewählt. Drohnen treffen die Ölterminals und Fabriken, die das russische Militär finanzieren und versorgen.
Kallas teilte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch mit, dass die Strategie perfekt funktioniere.
„Wir sehen gleichzeitig, dass Putin Geld, Menschen und Schwung verliert, und deshalb intensiviert er die Angriffe auf Zivilisten“, bemerkte sie.
Ein brennendes Problem
Ihre Kommentare trafen genau an dem Tag ein, als ein Großbrand eines der größten Öldepots in St. Petersburg erfasste. Das Feuer brach aus, gerade als die Stadt eine große Wirtschaftskonferenz ausrichtete.
Dieser Drohnenangriff folgte auf eine düstere Abfolge von Ereignissen. Russische Streitkräfte hatten zuvor schwere Luftangriffe in der gesamten Ukraine gestartet, bei denen mindestens 23 Menschen ums Leben kamen und mehr als hundert verletzt wurden.
Kallas erklärte der AFP, dass der Kreml eher aus Verzweiflung als aus Stärke handle.
„Es ist klar, dass er zu weiteren Terrorakten greift, um Angst zu erzeugen, und weil er auf dem Schlachtfeld in der Defensive ist“, sagte die EU-Beamtin.
Den Geldfluss stoppen
Europäische Staats- und Regierungschefs wehren sich mit neuen Sanktionen. Digi24 berichtet, dass sich die bevorstehenden Regeln streng darauf konzentrieren werden, den Geldfluss zu unterbinden, bevor er die Frontlinie erreicht.
Kallas will Finanzinstitutionen und die Rüstungsindustrie treffen. Den Geldfluss zu stoppen, ist der einzige Weg, die Kriegsmaschinerie aufzuhalten.
Das ultimative Ziel ist einfach. Westliche Mächte wollen die russische Regierung zwingen, sich an den Verhandlungstisch zu setzen und ein dauerhaftes Friedensabkommen auszuhandeln.
Dennoch betonte Kallas, dass Europa sofort weiterhin Waffen liefern müsse.
„Gleichzeitig müssen wir die Unterstützung für die Ukraine erhöhen, damit sie sich verteidigen kann, denn diese Angriffe sind grausam“, sagte sie der AFP.
Quellen: Digi24, AFP