Startseite Nachrichten Offiziell: US-Oberster Gerichtshof schränkt Waffenverbot für bestimmte Amerikaner ein

Offiziell: US-Oberster Gerichtshof schränkt Waffenverbot für bestimmte Amerikaner ein

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In einer 9:0-Entscheidung wurde das Gesetz bezüglich des Waffenbesitzes offiziell geändert.

Ein jahrzehntealtes Bundeswaffenverbot stand im Mittelpunkt eines bedeutenden Verfassungskampfes, wobei der Oberste Gerichtshof der USA ein Urteil fällte, das die Anwendung von Waffengesetzen auf Millionen Amerikaner neu gestalten könnte.

In einer einstimmigen Entscheidung am Donnerstag gab das höchste Gericht des Landes einem Mann aus Texas recht, der ein Bundesgesetz angefochten hatte, das bestimmten Drogenkonsumenten den Besitz von Schusswaffen untersagt. Das Urteil schränkt die Durchsetzung der Maßnahme durch die Behörden ein und wirft neue Fragen hinsichtlich der Fähigkeit der Regierung auf, den Waffenbesitz aufgrund von Marihuanakonsum umfassend einzuschränken.

Gericht weist Argument der Regierung zurück

Im Mittelpunkt des Falles stand Ali Hemani, ein Einwohner von Texas und Doppelbürger der USA und Pakistans, der sich einer Anklage wegen Waffenbesitzes gegenübersah, nachdem Behörden bei einer FBI-Durchsuchung seines Hauses eine Handfeuerwaffe und Drogen entdeckt hatten.

Bundesstaatsanwälte beriefen sich auf eine Bestimmung des Waffenkontrollgesetzes von 1968, das es jedem, der ein unrechtmäßiger Konsument kontrollierter Substanzen ist, verbietet, eine Schusswaffe zu besitzen.

Richter Neil Gorsuch kam in seiner schriftlichen Begründung für das Gericht zu dem Schluss, dass die Regierung nicht nachweisen konnte, dass die Strafverfolgung Hemanis mit den durch den Zweiten Verfassungszusatz garantierten Schutzmaßnahmen vereinbar sei.

Gorsuch wies auch auf eine Positionsänderung der Regierung während des Rechtsstreits hin und bemerkte, dass Beamte ihre Haltung bezüglich Marihuanakonsumenten und Waffenbesitz gelockert hätten.

„Die Positionsänderung der Regierung bringt sie in eine unbequeme Lage, zu behaupten, dass die Millionen Amerikaner, die jetzt regelmäßig Marihuana konsumieren, kategorisch und ungewöhnlich gefährlich seien“, schrieb Gorsuch laut Reuters.

Marihuana im Mittelpunkt der Debatte

Das Bundesgesetz hat Marihuana lange Zeit als kontrollierte Substanz behandelt, obwohl sich die rechtlichen und politischen Einstellungen zu der Droge in den Vereinigten Staaten dramatisch geändert haben.

Während des Verfahrens verteidigte die Trump-Regierung das Gesetz, deutete jedoch auch an, dass einige Marihuanakonsumenten unter bestimmten Umständen möglicherweise von der Waffenbeschränkung ausgenommen werden könnten.

Die Richter stellten letztlich fest, dass die Staatsanwälte nie behaupteten, Hemani sei drogenabhängig gewesen, noch nachwiesen, dass sein Marihuanakonsum eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellte.

Dieses Versäumnis erwies sich als bedeutsam.

Anstatt das Gesetz vollständig aufzuheben, konzentrierte sich das Gericht darauf, wie es in Hemanis Fall angewendet wurde, und ließ umfassendere Fragen zu Waffenbeschränkungen und Drogenkonsum ungelöst.

Fall im Zusammenhang mit breiterer Debatte über Waffenrechte

Befürworter von Waffenrechten begrüßten die Entscheidung als einen weiteren Sieg für eine expansive Auslegung des Zweiten Verfassungszusatzes.

Naz Ahmad, einer von Hemanis Anwälten, sagte, das Urteil werde weitreichende Konsequenzen über den Fall seines Mandanten hinaus haben.

„Die einstimmige Entscheidung des Gerichts wird Millionen Amerikaner vor drakonischen Strafen schützen, nur weil sie Marihuana konsumieren und eine Schusswaffe besitzen“, sagte Ahmad.

Cecillia Wang, Anwältin der American Civil Liberties Union, schloss sich dieser Ansicht an.

„Das Urteil des Gerichts sendete eine starke Botschaft, dass die Regierung das Verhalten einer großen Anzahl von Menschen nicht kriminalisieren kann, indem sie kategorische und unbegründete Annahmen darüber trifft, ob diese gefährlich seien“, sagte Wang.

„Da fast die Hälfte der Amerikaner angibt, irgendwann in ihrem Leben Marihuana konsumiert zu haben, schützt dieses Urteil die Rechte von Millionen und schränkt die Fähigkeit der Regierung ein, willkürliche und diskriminierende Strafen zu verhängen.“

Parallelen zum Fall Hunter Biden

Die nationale Aufmerksamkeit richtete sich zuvor auf dieselbe Bundesbeschränkung, als Staatsanwälte sie 2024 gegen Hunter Biden anwandten.

Der Sohn des ehemaligen Präsidenten Joe Biden wurde wegen Anklagen im Zusammenhang mit Waffenbesitz und Drogenkonsum verurteilt, bevor er später eine präsidiale Begnadigung erhielt.

Das Urteil vom Donnerstag hat keine direkten Auswirkungen auf diesen Fall, wird aber voraussichtlich künftige rechtliche Anfechtungen beeinflussen, die Waffenbeschränkungen im Zusammenhang mit kontrollierten Substanzen betreffen.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf einen weiteren großen Streit um Waffenrechte, der eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs erwartet. Es wird erwartet, dass die Richter bald über eine Anfechtung eines Gesetzes in Hawaii entscheiden werden, das das Tragen von Handfeuerwaffen auf öffentlichem Privatgrundstück ohne Zustimmung des Eigentümers einschränkt.