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Dänemark gibt nach: Grönland fordert in massivem Deal um Weltraumgestein ein Stück seiner Seele zurück

space rock arrives in Denmark Copenhagen 1967 from Greenland
Screendump: GEUSgeology / YouTube

Vor Jahrhunderten schlug ein massiver kosmischer Besucher in der abgelegenen nördlichen Wildnis ein und veränderte leise das tägliche Leben der örtlichen Gemeinschaften. Nun, Jahrzehnte nachdem er über den Ozean in ein ausländisches Museum verfrachtet wurde, kehrt dieser historische Schatz endlich in das Land zurück, in dem er einst landete.

Fast sechzig Jahre lang stand ein riesiges, 16 Tonnen schweres Eisenobjekt namens Agpalilik ruhig im Innenhof eines Museums in Kopenhagen.

Bevor Wissenschaftler ihn nach Süden brachten, ruhte der massive Weltraumfelsen etwa 10 000 Jahre lang im Nordwesten Grönlands. Nun bereiten die dänischen Behörden endlich die Rückgabe des uralten Artefakts in seine rechtmäßige Heimat auf der anderen Seite des Meeres vor.

Die dänische Ministerin für Hochschulbildung und Wissenschaft, Christina Egelund, nannte die grönländische Forderung „völlig fair und angemessen“. Sie versprach, hart dafür zu arbeiten, dass die lange Reise reibungslos und schnell verläuft.

Abgeordnete vor Ort haben die Nachricht als einen zutiefst symbolischen Sieg gefeiert. Der Parlamentsabgeordnete Qarsoq Høegh-Dam erklärte gegenüber dem dänischen Sender TV 2, dass die Entscheidung einen Teil der Seele nach Grönland zurückbringe.

Er fügte hinzu, dass dieser Sieg nur der Anfang einer viel größeren Kampagne zur historischen Restitution sei, und beschrieb ihn als „die Spitze des Eisbergs – oder die Spitze des Meteoriten“.

Werkzeuge und Identität

Der Wissenschaftler Vagn F. Buchwald entdeckte den Felsen bereits 1963 in der Nähe von Savissivik. Teams schleppten die 20 Tonnen schwere Masse an die Küste und verschifften sie 1967 direkt nach Dänemark. Techniker sägten sie später in 17 einzelne Stücke und stellten das größte Stück im Freien aus.

Der Meteorit besitzt einen enormen kulturellen Wert für die Menschen vor Ort. Über tausend Jahre lang gewannen die Grönländer hartes Metall aus dem herabgefallenen Weltraumschrott, um lebenswichtige Werkzeuge, Messer und Harpunen herzustellen, was ihn für das Überleben ihrer Vorfahren essenziell machte.

Die Rückgabe solcher Artefakte ermöglicht es den Gemeinschaften vor Ort, ihre kulturelle Identität wiederaufzubauen und gleichzeitig den lokalen Tourismus zu stärken. Christian Sune Pedersen, Forschungsleiter am Nationalmuseum Dänemarks, erklärte, dass die Rückgabe von Gegenständen den Nationen hilft, direkt mit ihrer Naturgeschichte zu arbeiten.

Er merkte an, dass internationale Bewegungen rund um die Rückgabe von Kulturgütern heute eine echte geopolitische Dynamik gewinnen. Beamte arbeiten derzeit daran, den offiziellen Zeitplan und den genauen rechtlichen Rahmen für die Übergabe zu finalisieren, um sicherzustellen, dass das massive Artefakt seine historische Heimreise sicher vollendet.

Quelle: TV 2