Viele Menschen greifen aus Bequemlichkeit zum Warmwasserhahn, wenn schnell ein Topf gefüllt oder eine Flasche vorbereitet werden soll.
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Das Umweltbundesamt (UBA) rät jedoch klar davon ab, warmes Leitungswasser für Lebensmittel zu verwenden.
Der Grund: Warmwasser ist technisch kein Trinkwasser und kann Stoffe enthalten, die man nicht im Essen haben möchte.
Rohre, Temperaturen und Gesundheitsrisiken
Im Gegensatz zu Kaltwasser wird warmes Leitungswasser in einem Kreislauf durch das Gebäude geführt.
Dadurch steht es regelmäßig länger in den Rohren. Laut UBA begünstigt das zwei Probleme: Zum einen können sich Metalle wie Blei oder Kupfer aus älteren Installationen leichter lösen, wenn das Wasser warm ist.
Diese Stoffe bleiben auch nach dem Kochen im Wasser. Für Babys und Kleinkinder gilt das als besonders kritisch.
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Zum anderen kann sich in Warmwassersystemen biologischer Bewuchs entwickeln. Legionellen vermehren sich bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad – Werte, die in schlecht gewarteten Anlagen immer wieder auftreten können.
Beim Trinken stellen sie kaum Gefahr dar, beim Einatmen feinster Wassertröpfchen jedoch schon, etwa beim Duschen.
Nur kaltes Wasser zum Kochen verwenden
Fachleute empfehlen deshalb, für Getränke und Speisen ausschließlich frisches Kaltwasser zu nutzen.
Nach längerer Standzeit sollte man das Wasser einige Sekunden laufen lassen, damit sogenanntes Stagnationswasser ausgespült wird. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass es in großen Gebäuden mehrere Liter dauern kann, bis tatsächlich frisches Wasser kommt.
Weitere Stoffe im Warmwasser
Auch der Kunststoffbestandteil Bisphenol A (BPA) kann aus bestimmten Rohrbeschichtungen ins Warmwasser übergehen.
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Besonders Leitungen, die zwischen 2000 und 2015 saniert wurden, gelten als potenziell betroffen. Für BPA gilt seit 2024 ein eigener Grenzwert in der Trinkwasserverordnung.
Fazit
Warmwasser spart Zeit, ist aber kein Trinkwasserersatz. Wer kocht, mischt oder Babynahrung zubereitet, fährt mit kaltem Leitungswasser eindeutig sicherer.
Quellen: Umweltbundesamt (UBA), FitBook