Die öffentliche Meinung in Russland wird seit langem von streng kontrollierten Medien und Botschaften geprägt.
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Risse können besonders in Zeiten wirtschaftlicher Belastung und militärischen Drucks entstehen.
Jüngste Daten deuten darauf hin, dass solche Spannungen nun offener zutage treten könnten.
Sinkende Unterstützung
Eine Umfrage des Kreml-nahen Meinungsforschungsforums ergab, dass das Vertrauen in Präsident Wladimir Putin zwischen dem 27. und 29. März von 76 % auf 71 % gesunken ist, so eine Analyse des Institute for the Study of War (ISW), die von O2 zitiert wird.
Das ISW bezeichnete dies als den stärksten Rückgang seit 2019. Der Rückgang erfolgt zu einer Zeit zunehmenden Drucks innerhalb Russlands, sowohl wirtschaftlich als auch politisch.
Telegram-Gegenreaktion
Vom ISW zitierte Analysten führen den Rückgang der Unterstützung auf das Vorgehen des Kremls gegen Telegram und umfassendere Internetbeschränkungen zurück.
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Pro-Kriegs-Blogger und kremlnahe Kommentatoren haben Berichten zufolge ihre Frustration über die Blockierung der Plattform geäußert.
Telegram-Gründer Pawel Durow sagte, dass rund 65 Millionen Russen die App täglich weiterhin nutzen und Beschränkungen oft durch VPN-Dienste umgehen.
Wachsende Frustrationen
Laut ISW geht die Unzufriedenheit über die Zensur hinaus.
Kritiker haben auf steigende Lebenshaltungskosten, Ausgaben für Kontrollmaßnahmen und anhaltende Probleme mit den Kommunikationssystemen für russische Soldaten hingewiesen.
Es gab auch Störungen, die Bankdienstleistungen betrafen, einschließlich Zahlungs- und Überweisungssysteme, was die öffentliche Frustration noch verstärkt hat.
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Anzeichen von Anspannung
Das ISW berichtete, dass einige ultranationalistische Stimmen und Pro-Kriegs-Kommentatoren begonnen haben, Rückschläge im Krieg anzuerkennen.
Die Analyse deutet darauf hin, dass die Besorgnis über Russlands Fähigkeit, mit westlichen Ressourcen zu konkurrieren, wächst.
Die anhaltenden ukrainischen Angriffe auf die Infrastruktur, insbesondere auf Ölanlagen, haben ebenfalls zu einem Gefühl des Drucks beigetragen.
Quellen: Institute for the Study of War (ISW), O2.