Ein ukrainischer Angriff tief im russischen Hinterland hat in Washington Besorgnis ausgelöst, nicht wegen militärischer Strategien, sondern wegen wirtschaftlicher Folgen.
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Ziel des Angriffs war Infrastruktur im Zusammenhang mit Energieexporten, an denen auch große US-Unternehmen beteiligt sind.
Folgen des Angriffs auf den Hafen
Die Ukraine griff kürzlich den russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk an, einen zentralen Umschlagplatz für Ölexporte.
Die Auswirkungen betreffen US-Wirtschaftsinteressen im Zusammenhang mit kasachischen Rohölexporten.
Laut Botschafterin Olha Stefanischyna, der wichtigsten ukrainischen Gesandten in Washington, sprachen US-Vertreter das Thema direkt gegenüber Kyjiw an.
„Diese Kontaktaufnahme stand nicht im Zusammenhang mit der Aufforderung an die Ukraine, von Angriffen auf russische militärische und Energieinfrastruktur abzusehen. Es ging vielmehr um die Tatsache, dass dort amerikanische Wirtschaftsinteressen betroffen waren“, sagte Stefanischyna vor Journalisten. „Es ist passiert, und wir haben es zur Kenntnis genommen.“
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Das Caspian Pipeline Consortium betreibt eine Pipeline, die vom Nordwesten Kasachstans nach Noworossijsk führt.
Über diese Route wird ein erheblicher Anteil des Rohöls aus großen kasachischen Ölfeldern transportiert, an denen die US-Energiekonzerne Chevron und ExxonMobil beteiligt sind.
Diplomatischer Balanceakt
Die Entwicklungen fallen mit dem vierten Jahrestag der groß angelegten russischen Invasion zusammen, der von internationalen Unterstützungsbekundungen für die Ukraine begleitet wurde.
Die G7-Staaten bekräftigten ihre „unerschütterliche Unterstützung für die Ukraine bei der Verteidigung ihrer territorialen Integrität und ihres Existenzrechts sowie ihrer Freiheit, Souveränität und Unabhängigkeit.“
In der Erklärung wurden zudem die Bemühungen von Präsident Donald Trump um eine Verhandlungslösung gelobt.
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Bei den Vereinten Nationen verabschiedete die Generalversammlung eine Resolution zur Unterstützung der Ukraine. Die Vereinigten Staaten gehörten jedoch zu 51 Ländern, die sich der Stimme enthielten.
Washington hatte versucht, Verweise auf die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine aus dem Text zu streichen, scheiterte jedoch damit.
Spannungen bei Friedensgesprächen
Die stellvertretende US-Botschafterin Tammy Bruce erklärte, die Regierung Trump befürworte einen sofortigen Waffenstillstand und argumentierte, eine Sprache mit Fokus auf Souveränität könne von laufenden Verhandlungen „ablenken“.
Unterdessen hält der russische Präsident Wladimir Putin an der Forderung fest, dass Kyjiw sich aus vier Regionen zurückziehen müsse, die Moskau annektiert zu haben beansprucht, obwohl es sie nicht vollständig kontrolliert.
Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, die Ukraine bleibe widerstandsfähig, und verwies darauf, dass russische Streitkräfte im vergangenen Jahr lediglich 0,79 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets erobert hätten, wie das in Washington ansässige Institute for the Study of War berichtet. Russland kontrolliert derzeit nahezu 20 Prozent der Ukraine.
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Quellen: Daily Express, Institute for the Study of War