Die deutliche Warnung kommt, während ukrainische Streitkräfte tiefer in russisches Territorium vordringen.
Wenn der Alltag vom Warten in langen Schlangen auf Grundnahrungsmittel geprägt ist, steigt die kollektive Angst einer Nation.
Führungspersönlichkeiten versuchen gewöhnlich, diese Ängste mit Versprechungen schneller Lösungen und besserer Zeiten zu beruhigen.
Manchmal jedoch vertieft die offizielle Botschaft das Gefühl der Furcht nur noch.
Bereit für alles
Auf einem Wirtschaftsforum in Wladiwostok zeichnete Wladimir Putin ein düsteres Bild der kommenden Zeit. Laut The Express fragte ein Reporter den russischen Staatschef nach den wachsenden Warteschlangen vor Tankstellen.
Seine Antwort bot wenig Trost. „Wir müssen auf alles vorbereitet sein“, sagte Putin.
Momente später führte er den Gedanken weiter aus. „Nur unsere Bereitschaft für alles wird jedem, der uns schaden will, das Verständnis vermitteln, dass es besser ist, dies nicht zu tun“, erklärte er.
Die deutliche Warnung kommt, während ukrainische Streitkräfte tiefer in russisches Territorium vordringen. Nächtliche Drohnenangriffe zielten jüngst auf Ölraffinerien und riesige Einzelhandelslager von Unternehmen wie Ozon.
Ärger auf See
Der Konflikt greift auch auf internationale Gewässer über. Norwegische Behörden beschlagnahmten kürzlich ein russisches Schiff namens Professor Molchanov im abgelegenen Spitzbergen-Archipel.
Der Schritt erfolgte auf direkte Anfrage der Ukraine. Ein Gericht ordnete die Beschlagnahmung an, um dem staatlichen Energieunternehmen Naftogaz bei der Eintreibung eines massiven Schiedsspruchs in Höhe von 4,22 Milliarden US-Dollar zu helfen.
Putin reagierte heftig auf den maritimen Streit. Er bezeichnete die norwegische Aktion als „Staatsterrorismus“ und behauptete, solche Schritte würden zukünftige Friedensverhandlungen „erschweren“.
Der russische Präsident nahm auch westliche Nationen ins Visier. Er warf den Partnern der Ukraine vor, „mitschuldig am internationalen Terrorismus“ zu sein, weil sie die Beschlagnahmung des Schiffes ignorierten.
Unter Druck
Diese wachsenden Spannungen kommen zu einem sensiblen politischen Zeitpunkt. Russland hält Mitte September Parlamentswahlen ab, die die erste landesweite Abstimmung seit Beginn der vollständigen Invasion darstellen.
Das öffentliche Vertrauen scheint zu schwinden. Unabhängige Umfragen des Levada-Zentrums zeigen, dass Putins Zustimmungsrate im August auf 76 % gesunken ist, von 87 % im September 2025.
Die Angst steigt aufgrund von Gerüchten über eine weitere Massenmilitärrekrutierung. Ukrainische Beamte prognostizieren, dass eine neue Mobilisierung unmittelbar bevorstehe, obwohl Putin diese Behauptungen als „einen Informationsangriff des Feindes“ abtat, wie The Express berichtete.
Jenseits der Grenze
Der Schatten des Krieges erstreckt sich weiterhin über Europa. In Deutschland entdeckten Behörden im August am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt beschrieb den Vorfall als Teil „russischer Hybridoperationen“. Die britische Regierung bestellte sogar einen russischen Diplomaten ein, um die Bedrohung in Leipzig zu besprechen.
Die diplomatischen Beziehungen zerfallen weiter. Moskau plant, deutsche Kulturzentren zu schließen, nachdem Berlin ein russisches Konsulat in Bonn geschlossen hatte.
Quellen: The Express, Levada Center