Smartphone-Käufer könnten bald mehr bezahlen müssen, obwohl der Markt in historischem Tempo schrumpft.
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Smartphone-Käufer könnten bald mehr bezahlen müssen, obwohl der Markt in historischem Tempo schrumpft.
Eine sich verschärfende Knappheit bei Speicherbausteinen treibt die Gerätekosten nach oben und steuert die weltweiten Auslieferungen auf den stärksten jährlichen Rückgang aller Zeiten zu.
Die Entwicklung deutet auf einen grundlegenden Wandel im Wettbewerb der Branche hin, insbesondere im unteren Marktsegment.
Preise steigen während die Stückzahlen fallen
In seinem Februar-Update prognostiziert die International Data Corporation, dass der durchschnittliche Verkaufspreis von Smartphones im Jahr 2026 um 14 Prozent auf einen Rekordwert von 523 US-Dollar steigen wird, umgerechnet rund 490 Euro.
Gleichzeitig sollen die weltweiten Auslieferungen im Jahresvergleich um 12,9 Prozent auf etwa 1,1 Milliarden Geräte sinken, ein Niveau, das seit mehr als einem Jahrzehnt nicht erreicht wurde. Das Unternehmen bezeichnet den neuen Ausblick als deutliche Abwärtsrevision gegenüber der Prognose von Ende 2025.
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Steigende Speicherpreise treffen vor allem günstige Geräte, da die Margen dort geringer sind und höhere Komponentenpreise kaum aufgefangen werden können, ohne die Endpreise anzuheben.
Konsolidierung im unteren Segment
IDC erwartet, dass der Druck eine Konsolidierung unter kleineren Android-Herstellern mit Fokus auf Einsteigergeräte beschleunigen wird. Anbieter im Segment unter 100 US-Dollar, das einst 171 Millionen Einheiten jährlich umfasste, stehen vor zunehmenden Herausforderungen.
Nabila Popal, Senior Research Director bei IDC, betonte, dass es sich nicht nur um eine kurzfristige Korrektur handle. “The memory crisis will cause more than a temporary decline; it marks a structural reset of the entire market,” sagte sie.
Selbst wenn sich die Speicherpreise ab Mitte 2027 stabilisieren sollten, dürften sie nicht auf frühere Niveaus zurückkehren, was langfristig Produktmix und Marktgröße verändern könnte.
Regionale Belastung und mögliche Erholung
Die Auswirkungen werden regional unterschiedlich ausfallen. Für den Nahen Osten und Afrika wird der stärkste Rückgang von 20,6 Prozent erwartet, da dort günstige Smartphones besonders verbreitet sind. Für China wird ein Minus von 10,5 Prozent prognostiziert, für Asien-Pazifik ohne Japan und China ein Rückgang von 13,1 Prozent.
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Francisco Jeronimo, Vice President für weltweite Client Devices bei IDC, bezeichnete die Lieferengpässe als Schock, der die gesamte Unterhaltungselektronikbranche erfasse. Besonders Android-Anbieter seien betroffen. Größere Hersteller wie Apple und Samsung seien besser positioniert und könnten Marktanteile gewinnen.
IDC rechnet 2027 mit einer moderaten Erholung von 2 Prozent, gefolgt von 5,2 Prozent Wachstum im Jahr 2028, wenn sich die Lieferbedingungen allmählich verbessern.
Quellen: International Data Corporation