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Er nannte es „Fake News“ – nun gibt Ungarns Außenminister zu, Russland wegen sensibler EU-Treffen angerufen zu haben

Peter Szijjarto, Hungarian Foreign Minister, Hungary
irena iris szewczyk / Shutterstock.com

Als die Berichte über die Anrufe zum ersten Mal auftauchten, nannte er sie „pro-ukrainische Propaganda“.

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Am Wochenende berichtete The Washington Post, wie Russland versuchte, die kremlfreundliche Regierung Ungarns im Vorfeld der Wahlen am 12. April zu unterstützen, bei denen der amtierende Ministerpräsident Viktor Orbán in den Umfragen zurückliegt.

Der Bericht besagte, dass der ungarische Außenminister Péter Szijjártó während Pausen in sensiblen Treffen mit anderen EU-Mitgliedstaaten seinen russischen Amtskollegen angerufen habe.

In einem Bericht der ungarischen Nachrichtenagentur Telex wies Péter Szijjártó den Bericht der The Washington Post zurück und bezeichnete ihn als „völlig falsche, pro-ukrainische Propaganda“.

Doch nun gibt er zu, es tatsächlich getan zu haben.

„Standardpraxis“

Laut Euronews hat Péter Szijjártó eingeräumt, dass er während der Treffen der EU-Außenminister mit seinem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow spricht.

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Das ungarische Außenministerium verteidigte die Praxis und nannte es „völlig normal“ und „Standardpraxis“, externe Partner über Entscheidungen zu informieren, die bilaterale Beziehungen beeinträchtigen könnten.

Russland steht nach seiner Invasion in der Ukraine weiterhin unter schweren EU-Sanktionen, und die meisten Mitgliedstaaten haben die diplomatischen Beziehungen zu Moskau reduziert oder abgebrochen.

Laut Euronews bezeichnete die Europäische Kommission die Berichte als „besorgniserregend“ und forderte Budapest auf, Klarheit zu schaffen, wobei sie auf die Erwartungen an Vertraulichkeit und Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten verwies.

Politischer Hintergrund

Die Kontroverse kommt auf, da Ungarn auf eine hart umkämpfte Parlamentswahl zusteuert, bei der Ministerpräsident Viktor Orbán vor einer starken Herausforderung durch die Opposition steht.

Budapest unterhält engere Beziehungen zu Moskau als die meisten anderen EU-Hauptstädte, einschließlich fortgesetzter Energieimporte und regelmäßiger Kontakte auf hoher Ebene.

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Szijjártó hat Russland seit 2022 mehrfach besucht und erst Anfang des Monats Präsident Wladimir Putin getroffen.

Quellen: Euronews, The Washington Post, Europäische Kommission, Telex