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Historischer meilenstein im vereinigten königreich: Baby nach gebärmuttertransplantation von verstorbener spenderin geboren

Baby
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Ein kleiner Junge ist das erste Kind im Vereinigten Königreich, das von einer Mutter geboren wurde, die eine Gebärmuttertransplantation von einer verstorbenen Spenderin erhalten hatte.

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Grace Bell brachte ihren Sohn Hugo Powell im Queen Charlotte’s and Chelsea Hospital in London zur Welt und setzte damit einen medizinischen Meilenstein, wie The Guardian berichtet. Hugo wog bei der Geburt 3,09 Kilogramm (6 lb 13 oz). Seine Geburt folgt auf eine Transplantation, bei der Bell eine Gebärmutter von einer verstorbenen Spenderin erhielt.

Ein seltener Eingriff

Laut The Guardian ist dies das erste Mal im Vereinigten Königreich, dass ein Baby nach einer Gebärmuttertransplantation von einer verstorbenen Spenderin geboren wurde. In Europa wurden bislang nur zwei ähnliche Fälle registriert.

Bell, IT-Programmmanagerin, wurde mit dem Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom (MRKH) geboren, einer seltenen Erkrankung, bei der die Gebärmutter fehlt oder unterentwickelt ist. Als Teenagerin wurde ihr gesagt, dass sie keine Schwangerschaft austragen könne.

Die Ankunft ihres Sohnes bezeichnete sie als lebensverändernd. „Ich hätte nie, wirklich nie gedacht, dass das möglich sein würde. Ich bin so glücklich wie nie zuvor in meinem Leben“, sagte Bell.

Jahrelange Vorbereitung

Der Eingriff ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit eines spezialisierten medizinischen Teams. Der beratende Arzt Richard Smith, der bei der Geburt anwesend war, sprach über den langen Weg bis zu diesem Durchbruch.

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„Es war eine unglaubliche Reise. Unser gesamtes Team arbeitet nun seit vielen, vielen Jahren zusammen, um das möglich zu machen. Für mich ist es einfach fantastisch, wirklich erstaunlich“, sagte er gegenüber PA Media.

Die Ärzte planen, die transplantierte Gebärmutter zu entfernen, sobald Bell und ihr Partner ihre Familienplanung abgeschlossen haben. Dadurch kann sie die Einnahme immunsuppressiver Medikamente beenden, die zur Verhinderung einer Organabstoßung erforderlich sind.

Spende und ethische Fragen

Die erste Gebärmuttertransplantation im Vereinigten Königreich fand 2023 statt, als eine weitere MRKH-Patientin im Rahmen einer Lebendspende eine Gebärmutter von ihrer Schwester erhielt.

Weltweit wurden rund 25 bis 30 Babys nach Gebärmuttertransplantationen von verstorbenen Spenderinnen geboren. Die meisten Eingriffe erfolgen international mit Lebendspenderinnen, während etwa ein Drittel Organe von Verstorbenen nutzt.

Im Vereinigten Königreich ist die Gebärmutterspende nicht Teil der regulären Organspenderregistrierung oder der Widerspruchsregelung. Familien müssen einer Spende der Gebärmutter ausdrücklich zustimmen.

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Quellen: The Guardian, PA Media