Warnungen vor einem Energieschock in Europa nehmen angesichts zunehmender Spannungen um die globale Ölversorgung zu.
Ein hochrangiger russischer Vertreter hat nun eine deutliche Prognose darüber abgegeben, wie bald die Auswirkungen eintreten könnten.
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Kirill Dmitrijew, Leiter des Russischen Direktinvestitionsfonds und Berater von Wladimir Putin, erklärte laut Business Insider, dass sich innerhalb weniger Wochen eine Wirtschaftskrise in der EU und im Vereinigten Königreich abzeichnen könnte.
Seine Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem Regierungen in ganz Europa Notfallpläne im Zusammenhang mit möglichen Treibstoffengpässen prüfen.
Krisenwarnung
Dmitrijew verwies auf jüngste Diskussionen im Vereinigten Königreich, wo Behörden laut The Guardian Maßnahmen wie Treibstoffrationierung und niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzungen in Erwägung ziehen.
In einem Beitrag auf X erklärte er, solche Schritte deuteten auf tiefere Probleme hin, und argumentierte, Engpässe würden in Teilen Europas zunehmend unvermeidlich.
„Treibstoffrationierung ist im Vereinigten Königreich und in der EU unvermeidlich“, schrieb er.
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Zunehmender Druck
Seine Aussagen folgen auf Störungen im Zusammenhang mit Konflikten im Nahen Osten und Spannungen rund um die Straße von Hormus, eine wichtige Route für globale Öllieferungen.
Einige europäische Länder haben bereits vorsorgliche Maßnahmen eingeführt. So haben beispielsweise die Slowakei und Slowenien Beschränkungen für den Verkauf von Treibstoff angekündigt.
Dmitrijew erklärte, diese Entwicklungen zeigten, dass frühere Warnungen Realität würden, und schrieb online: „Die Realität holt uns ein“, während Regierungen mit Versorgungsproblemen konfrontiert seien.
Politische Differenzen
Der russische Beamte machte europäische Maßnahmen verantwortlich, die den Zugang zu russischer Energie einschränken, und erklärte, Entscheidungsträger hätten sich von seiner Darstellung nach günstigen Versorgungsoptionen abgewandt.
Zudem kritisierte er die Berichterstattung westlicher Medien und behauptete, diese bilde das Ausmaß der Situation nicht vollständig ab.
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Laut Dmitrijew könnte die schwerste Phase der Störungen innerhalb von zwei bis drei Wochen eintreten.
Reaktion des Westens
Jüngste Schritte der USA, einige Beschränkungen für russisches Öl vorübergehend zu lockern, haben Kritik von europäischen Führungspersönlichkeiten ausgelöst.
EU-Ratspräsident António Costa warnte, solche Maßnahmen könnten die regionale Sicherheit beeinträchtigen, während EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, eine Rückkehr zu russischen fossilen Brennstoffen wäre ein „strategischer Fehler“.
Die Debatte verdeutlicht anhaltende Meinungsverschiedenheiten darüber, wie Energiesicherheit mit politischen und sicherheitspolitischen Interessen in Einklang gebracht werden kann.
Quellen: Business Insider, The Guardian