Große Marken haben ihre Unterstützung für das Londoner Wireless Festival nach Kontroversen um den geplanten Auftritt von Kanye West als Headliner zurückgezogen.
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Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund politischer Kritik und erneuter Aufmerksamkeit für frühere Äußerungen des Rappers, berichtet Sky News.
Sponsoren ziehen sich zurück
Pepsi und der Getränkekonzern Diageo haben beide bestätigt, dass sie das Event 2026 nicht mehr sponsern werden.
„Pepsi hat beschlossen, sein Sponsoring für das Wireless Festival zurückzuziehen“, sagte ein Unternehmenssprecher.
Diageo, zu dessen Marken unter anderem Johnnie Walker und Captain Morgan gehören, erklärte, man habe Bedenken gegenüber den Veranstaltern geäußert und werde sich nicht weiter beteiligen.
Politischer Druck
Die Rückzüge folgen auf Äußerungen des britischen Premierministers Sir Keir Starmer, der die Entscheidung kritisierte, West zu engagieren.
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„Es ist zutiefst besorgniserregend“, dass der Künstler trotz seiner früheren Äußerungen auftreten soll, sagte er und fügte hinzu: „Antisemitismus in jeglicher Form ist abscheulich und muss überall, wo er auftritt, klar und entschieden bekämpft werden.“
Auch der Vorsitzende der Liberal Democrats, Sir Ed Davey, forderte schärfere Maßnahmen und rief die Regierung dazu auf, ein Einreiseverbot für den Rapper zu prüfen.
Umstrittene Vergangenheit
West, auch bekannt als Ye, steht seit Jahren wegen antisemitischer Aussagen und Handlungen in der Kritik.
Laut Sky News gehören dazu Beiträge in sozialen Medien, eine umstrittene Werbung im Zusammenhang mit einem Produkt mit Hakenkreuz-Bezug sowie ein Song, der sich auf Hitler bezieht.
Zudem wurde er wegen solcher Äußerungen bereits von sozialen Plattformen gesperrt.
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Entschuldigung und Reaktion
Anfang dieses Jahres veröffentlichte West eine öffentliche Entschuldigung in Form einer ganzseitigen Zeitungsanzeige mit dem Titel: „An diejenigen, die ich verletzt habe.“
„Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit“, hieß es darin. „Ich liebe jüdische Menschen.“
Er führte sein Verhalten auf eine psychische Episode zurück und schrieb, er habe „psychotisches, paranoides und impulsives Verhalten“ erlebt und bedaure seine Handlungen.
Unsicherheit rund um das Festival
West soll derzeit an allen drei Abenden des Festivals im Juli im Finsbury Park als Headliner auftreten, was sein erster Auftritt im Vereinigten Königreich seit über einem Jahrzehnt wäre.
Die Festivalveranstalter haben sich bislang nicht öffentlich zu den Rückzügen der Sponsoren geäußert.
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Unklar ist zudem, ob West eine Einreisegenehmigung für das Vereinigte Königreich erhalten wird, da bislang kein Visumantrag bei den Behörden eingegangen ist.
Quellen: Sky News