Nach Angaben des Geheimdienstes fehlen dem russischen Agrarsektor 62.000 Traktoren.
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Russlands Agrarindustrie steht laut dem ukrainischen Auslandsgeheimdienst unter wachsendem Druck: Ausrüstungsmängel und sinkende Rentabilität bedrohen künftige Ernten.
In einem am Donnerstag, dem 26. Februar 2026, veröffentlichten Geheimdienstbericht heißt es, dass strukturelle Schwächen und rückläufige Investitionen in den kommenden Jahren die inländische Lebensmittelproduktion untergraben könnten.
Technischer Niedergang
Nach Angaben des Auslandsgeheimdienstes der Ukraine sind die Verkäufe von Landmaschinen in Russland um etwa 25 % zurückgegangen. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Geräte des Landes gilt inzwischen als verschlissen.
Die Behörde berichtet, dass der Ersatz von Traktoren und Mähdreschern nur mit einem Drittel des von den Behörden als notwendig erachteten Tempos erfolgt. Dem Sektor fehlen demnach über 60.000 Traktoren und 34.000 Mähdrescher.
„Das derzeitige Regulierungsmodell entzieht der Branche faktisch durch Zölle und Steuern Ressourcen und schafft keine Anreize für eine Modernisierung. In Kombination mit Exportbeschränkungen untergräbt dies die Rentabilität der Produktion und die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte“, stellt der Auslandsgeheimdienst der Ukraine fest.
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Wirtschaftlicher Druck
Der ukrainische Geheimdienst erklärt, die Rentabilität der russischen Pflanzenproduktion sei stark gesunken – von rund 40 % im Jahr 2020 auf zwischen 15 % und 16 % im Jahr 2025.
Als Ursachen nennt er hohe Kreditkosten und eine begrenzte staatliche Unterstützung, wobei Subventionen lediglich 1 % bis 2 % des Einkommens der Landwirte ausmachten.
Risiko von Engpässen
Ukrainische Behörden warnen, dass unzureichende Investitionen in moderne Ausrüstung breitere Folgen für den russischen Binnenmarkt haben könnten.
„Mittelfristig erhöht dies das Risiko von Lebensmittelengpässen auf dem russischen Binnenmarkt sowie von Preissteigerungen“, schlussfolgert der FISU.
Die Behörde bringt die aktuellen Schwierigkeiten zudem mit internationalen Sanktionen und technologischer Isolation in Verbindung. Darüber hinaus erhebt sie Vorwürfe gegen hochrangige russische Persönlichkeiten, darunter die Behauptung, Dmitri Patruschew, ein ehemaliger Landwirtschaftsminister und Sohn des früheren Sekretärs des Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, sei an einem Plan zur Aneignung ukrainischer Vermögenswerte beteiligt gewesen.
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Kyjiw hat russischen Streitkräften wiederholt vorgeworfen, Getreide aus besetzten ukrainischen Gebieten über Seehäfen zu exportieren, und diese Lieferungen als illegal bezeichnet.
Quellen: Erklärungen des Auslandsgeheimdienstes der Ukraine