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Russland wird beschuldigt, Afrikaner in eine „tödliche Kriegsfalle“ zu locken

African Soldier
Nomad Pixel / Shutterstock.com

Russlands Bemühungen, seine Kriegsanstrengungen zu verstärken, geraten zunehmend unter Beobachtung, nachdem neue Zahlen das Ausmaß der ausländischen Rekrutierung offengelegt haben. Was als Chance dargestellt wurde, wird nun als tödliche Falle beschrieben.

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Die Folgen werfen neue Fragen darüber auf, wie Moskau seine Streitkräfte aufrechterhält.

Rekrutierung aufgedeckt

Laut The Express wurden zwischen Januar 2023 und September 2025 mehr als 1.400 Personen aus afrikanischen Ländern von Russland rekrutiert, um in der Ukraine zu kämpfen.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warf Moskau vor, verletzliche Bevölkerungsgruppen auszunutzen, und sagte: „Wir sehen klar, dass Russland versucht, afrikanische Bürger in einen tödlichen Krieg hineinzuziehen.“

Die Rekrutierten sollen aus 36 Ländern stammen, darunter Ghana, Kenia und Südafrika.

Steigende Opferzahlen

Kamerun bestätigte, dass kürzlich 16 seiner Staatsbürger in dem Konflikt getötet wurden, wobei Beobachter davon ausgehen, dass die tatsächliche Zahl höher ist.

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Ein Bericht des Projekts All Eyes on Wagner vom Februar schätzt, dass mehr als 300 afrikanische Rekruten ums Leben gekommen sind, darunter mindestens 94 allein aus Kamerun.

Viele wurden Berichten zufolge mit Versprechen von Arbeitsplätzen, Bildung und hohen Gehältern angeworben, bevor sie in Kampfzonen geschickt wurden.

Zunehmende Verluste

Die Rekrutierungsbemühungen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltend hoher Verluste auf dem Schlachtfeld für Russland.

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurden Anfang April mehr als 35.300 russische Soldaten getötet oder verwundet, was im Durchschnitt über 1.000 Verluste pro Tag entspricht.

Im Verlauf des Krieges werden die gesamten russischen Verluste auf über 1,2 Millionen geschätzt, auch wenn genaue Zahlen schwer zu verifizieren sind.

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Verzweifelte Strategie

Die Kyiv Post berichtete, dass die Abhängigkeit des Kremls von ausländischen Kämpfern darauf hindeutet, dass eine weitere groß angelegte Mobilisierung im Inland vermieden werden soll.

Ein solcher Schritt gilt innerhalb Russlands als politisch riskant.

Obwohl Söldnertätigkeit nach russischem Recht offiziell illegal ist, bezeichnen die Behörden die Rekrutierten stattdessen als „Freiwillige“, um Einschränkungen zu umgehen.

Ausweitung des Krieges

Der Einsatz ausländischer Kämpfer ist nicht neu. Bereits zu Beginn der Invasion unterstützte Präsident Wladimir Putin die Anwerbung von Freiwilligen aus dem Nahen Osten, insbesondere aus Syrien.

Die Ausweitung der Rekrutierungsbemühungen auf Afrika signalisiert nun eine breitere Suche nach Personal, während der Krieg andauert.

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Quellen: The Express, Kyiv Post, All Eyes on Wagner, ukrainische Behörden