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Russlands neueste militärische „Freiwillige“ – Schuldner und Studierende

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Die russischen Behörden sollen dem Militär Listen mit Personen zur Verfügung gestellt haben, die zum Militärdienst gezwungen werden sollen.

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Russland steht vor wachsenden Herausforderungen, die Truppenstärke für seinen Krieg in der Ukraine aufrechtzuerhalten. Neue Vorwürfe legen nahe, dass die Behörden auf unkonventionelle Methoden zurückgreifen, um die Rekrutierung zu verstärken.

Der ukrainische Geheimdienst erklärt, dass die jüngsten Maßnahmen Druckmittel umfassen, die sich gegen gefährdete Gruppen im ganzen Land richten.

Ausweitung der Rekrutierung

Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, zitiert in seinem Update vom 10. April, wurden russische Regionalbehörden im Februar angewiesen, Listen von „Freiwilligen“ für den Einsatz zusammenzustellen.

Die Behörde berichtete, dass Personen mit unbezahlten Wohn- und Versorgungsrechnungen zu den ersten Zielgruppen gehörten.

„Wenn der Schuldner eine Frau ist, werden ihr Ehemann oder erwachsene Verwandte — Söhne, Brüder und sogar Väter — in die Listen aufgenommen“, erklärte HUR.

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Diese Listen werden angeblich genutzt, um Druck auf Einzelpersonen auszuüben, Verträge mit dem Verteidigungsministerium zu unterzeichnen, wobei im Gegenzug Schuldenerlass angeboten wird.

„Im Falle einer Mobilisierung wurden diese Personen als vorrangige Empfänger von Einberufungsbescheiden identifiziert“, fügte HUR hinzu.

Studierende unter Druck

Der Geheimdienstbericht besagt zudem, dass Bildungsminister Waleri Falkow Vorbereitungen angeordnet habe, um mindestens 2 % der russischen Studierenden zu rekrutieren.

Studierende, insbesondere solche mit akademischen Schwierigkeiten, werden Berichten zufolge dazu ermutigt, sich zu verpflichten, wobei ihnen Studienurlaub und Einjahresverträge angeboten werden.

Ihnen werden finanzielle Anreize, Leistungen sowie die Möglichkeit versprochen, ihr Studium nach dem Dienst wieder aufzunehmen.

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„In einigen Fällen könnten Hochschulverwaltungen die akademischen Probleme von Studierenden ignorieren oder individuelle Studienregelungen für diejenigen anbieten, die sich bereit erklären, einen Vertrag zu unterzeichnen“, erklärte HUR.

Steigende Verluste auf dem Schlachtfeld

Laut The New Voice of Ukraine bringt Kiew diese Rekrutierungsmaßnahmen mit hohen russischen Verlusten auf dem Schlachtfeld in Verbindung.

Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte schätzte die Gesamtverluste an Personal Russlands bis zum 10. April 2026 auf etwa 1.308.670 Gefallene und Verwundete.

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 17. März, dass in den vorangegangenen drei Monaten nahezu 100.000 russische Soldaten verloren gegangen seien.

Er fügte hinzu, dass 90 % dieser Verluste durch ukrainische Drohnen verursacht worden seien.

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Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj erklärte am 9. April, dass Drohneneinheiten im März 29 % mehr Verluste verursacht hätten als im Februar und dass seit Dezember 2025 durch Drohnen mehr Soldaten ausgeschaltet worden seien, als Russland rekrutieren konnte.

Quellen: HUR, Generalstab der Ukraine, Aussagen von Wolodymyr Selenskyj und Oleksandr Syrskyj, The New Voice of Ukraine