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Trump gegen den Papst: Streit über Krieg eskaliert

Pope Leo, Donald Trump
Marco Iacobucci Epp / Lev Radin / Shutterstock.com

Ein scharfer Konflikt zwischen Washington und dem Vatikan spitzt sich zu, wobei Beobachter warnen, dass er die Spannungen zwischen politischer und religiöser Führung weiter vertiefen könnte.

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Die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump wurden von Analysten als ungewöhnlich direkte Konfrontation mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche beschrieben.

Laut TV2 News griff Trump Papst Leo öffentlich an, nachdem dieser die US-Außen- und Einwanderungspolitik kritisiert hatte.

Wortgefecht

In einem Beitrag auf Truth Social schrieb Trump: „Papst Leo ist schwach bei Kriminalität und schlecht in der Außenpolitik.“

Die Bemerkungen folgten auf Kritik des Papstes am Krieg der USA und Israels gegen den Iran sowie auf seine Bezeichnung von Trumps Drohungen als inakzeptabel.

Trump reagierte, indem er die Haltung des Papstes zu Iran und Venezuela zurückwies und erklärte, er wolle keinen religiösen Führer, der sich gegen militärische Maßnahmen der USA stelle.

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Zudem warf er dem Papst vor, zu politisch geworden zu sein, und forderte ihn auf, sich „darauf zu konzentrieren, ein großartiger Papst zu sein“.

Wachsende Spannungen

Der Streit folgt auf zunehmend deutliche Äußerungen von Papst Leo, der sich von vorsichtiger Diplomatie hin zu direkter Kritik an globalen Konflikten entwickelt hat.

Bei einer Ansprache im Petersdom sagte er: „Genug mit der Vergötterung des Selbst und des Geldes! Genug mit Machtdemonstrationen! Genug mit Krieg.“

Seine Worte wurden weithin als Kritik an politischen Führungspersönlichkeiten verstanden, die militärische Lösungen verfolgen.

Laut TV2 News hat der Papst zudem zu einer „tiefen Reflexion“ über den Umgang mit Migranten in den Vereinigten Staaten aufgerufen.

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Politische Folgen

Trump behauptete außerdem, Papst Leo verdanke seine Position seiner Präsidentschaft, und deutete an, er wäre andernfalls nicht zum Pontifex gewählt worden.

Gegenüber Reportern erklärte er später, er sei „kein großer Fan“ des Papstes und unterstrich damit die persönliche Dimension des Konflikts.

Korrespondenten, auf die sich TV2 News beruft, beschrieben den Angriff als höchst ungewöhnlich, da der Papst traditionell einen vorsichtigen Ton wahrt und derart direkte Kritik von einem US-Präsidenten selten ist.

Eine wachsende Kluft

Der Schlagabtausch verdeutlicht eine breitere Kluft zwischen dem Weißen Haus und dem Vatikan in Fragen von Krieg, Migration und globaler Führung.

Papst Leo positioniert sich als moralische Stimme gegen Konflikte, während Trump eine entschlossenere außenpolitische Linie verteidigt.

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Da beide Figuren globalen Einfluss besitzen, könnte die Konfrontation die Spannungen weit über die Politik hinaus verschärfen.

Quellen: TV2 News, AFP