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Wie der Aprilscherz entstand – und warum wir es nicht genau wissen

April Fools dayy
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Jedes Jahr am 1. April pflegen Scherzbolde auf der ganzen Welt eine Tradition, die auf Witzen und Täuschung beruht. Doch trotz ihrer Beliebtheit sind die genauen Ursprünge dieses Tages weiterhin unklar.

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Historiker sagen, dass die Tradition seit Jahrhunderten existiert, ihre Ursprünge jedoch weiterhin umstritten sind, da mehrere Kulturen Anspruch auf ihre Wurzeln erheben.

Eine Tradition ohne klaren Ursprung

Laut National Geographic wird der Aprilscherz in irgendeiner Form mindestens seit dem 16. Jahrhundert begangen, obwohl kein eindeutiger Ursprung bestätigt wurde.

Forscher verweisen auf verstreute historische Hinweise, die darauf hindeuten, dass der Brauch älter sein könnte als allgemein angenommen. Dennoch erklärt keine Theorie vollständig, wie sich die Tradition auf den 1. April festgelegt hat.

Der Folklorist Stephen Winick nennt mehrere konkurrierende Erklärungen, mit möglichen Verbindungen sowohl zu England als auch zu Frankreich.

Konkurrierende Theorien

Eine Theorie führt die Tradition auf das mittelalterliche England zurück und verweist auf Geoffrey Chaucers Werk aus dem späten 14. Jahrhundert. In einer Erzählung wird ein Datum erwähnt, das dem 1. April entspricht und als frühes Beispiel für scherzbasierte Erzählungen interpretiert wurde, obwohl Wissenschaftler die Genauigkeit des Textes infrage stellen.

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Andere Theorien konzentrieren sich auf Frankreich, wo der „Poisson d’Avril“ („Aprilfisch“) seit Langem mit spielerischen Streichen verbunden ist. Historische Schriften aus dem frühen 16. Jahrhundert deuten darauf hin, dass der Begriff bereits verwendet wurde und möglicherweise Fischsymbolik mit Narrheit verknüpft.

Eine weitere häufig diskutierte Erklärung bringt die Tradition mit Kalenderänderungen im Frankreich des 16. Jahrhunderts in Verbindung. Als der Jahresbeginn offiziell auf den 1. Januar verlegt wurde, feierten einige Menschen Berichten zufolge weiterhin im Frühling, woraufhin andere sie als „Narren“ verspotteten.

Ältere saisonale Wurzeln

Auch außerhalb Europas weisen Historiker darauf hin, dass Frühlingsfeste mit Humor und Verkleidung den Aprilscherz um Jahrhunderte vorausgehen.

Im antiken Rom erlaubte das Fest der Hilaria den Teilnehmern, Verkleidungen zu tragen und sich nach der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche spielerisch zu verhalten. Historiker beschrieben es als eine Zeit, in der soziale Grenzen lockerer wurden und Menschen unbeschwerten Schabernack auslebten.

Ähnliche Traditionen finden sich in anderen Kulturen, darunter Holi in Indien und Sizdah Bedar im Iran, die beide Elemente von Streichen oder spielerischer Täuschung während der Frühlingsfeierlichkeiten enthalten.

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Ein Rätsel bleibt

Trotz jahrzehntelanger Forschung gibt es laut Experten noch immer keine eindeutige Antwort darauf, wie der 1. April mit Streichen verbunden wurde.

Wie der Folklorist Alan Dundes feststellte: „Mehr als einhundert Jahre Forschung haben unserem Wissen und Verständnis dieses merkwürdigen Brauchs leider nur sehr wenig hinzugefügt.“

Fest steht jedoch, dass der Frühling seit jeher Anlass für Feiern, Humor und eine Abkehr vom Alltag bietet – Traditionen, die jedes Jahr am Aprilscherz fortgeführt werden.

Quellen: National Geographic

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