Reisende, die in Europa ankommen, erleben nun einen veränderten Start in ihre Reise. Für viele bedeutet dies längere Wartezeiten und mehr Kontrollen an der Grenze. Die Veränderung ist bereits an mehreren großen Flughäfen spürbar. Besonders betroffen sind Besucher aus Ländern außerhalb der EU, darunter auch Amerikaner, die im Laufe des Jahres über den Atlantik reisen.
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An Flughäfen unter anderem in Paris und Amsterdam sind die Auswirkungen deutlich sichtbar. Laut Flughafenbetreibern führen die neuen Abläufe zu Engpässen, insbesondere wenn mehrere Langstreckenflüge gleichzeitig während der morgendlichen und nachmittäglichen Spitzenzeiten landen.
In einer gemeinsamen Erklärung von ACI Europe und Airlines for Europe heißt es, dass „Die Wartezeiten erreichen zu Spitzenverkehrszeiten inzwischen regelmäßig bis zu zwei Stunden, wobei einige Flughäfen sogar noch längere Warteschlangen melden.“
Der Zeitpunkt der Einführung ist sensibel. Das neue Entry/Exit System (EES) wird zwischen dem 10. und dem 12. April eingeführt, kurz vor der sommerlichen Hochsaison, in der die Zahl der Reisenden aus Ländern außerhalb der EU stark ansteigt.
Neue Grenzkontrollen
Das neue System ersetzt manuelle Passstempel durch eine digitale Erfassung an der Grenze. Reisende aus Drittstaaten müssen Fingerabdrücke abgeben, fotografiert werden und ihre Passdaten in einem gemeinsamen EU-System registrieren lassen.
Jede Ein- und Ausreise wird automatisch erfasst. Die Behörden können so nachvollziehen, wie lange sich ein Besucher im Rahmen der 90-Tage-Regel innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen im Schengenraum aufhält.
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Die EU-Kommission hat das System laut früheren Aussagen als Teil einer umfassenderen Modernisierung der Grenzkontrollen nach der Pandemie beschrieben, mit dem Ziel, überzogene Visaaufenthalte besser zu überwachen.
Zahlen, über die Newsweek berichtet hat, zeigen, dass bereits mehr als 24.000 Reisenden in verschiedenen Phasen der Einführung die Einreise verweigert wurde, was auf verschärfte Kontrollen hindeutet.
Angespannter Sommer
Das System gilt in 29 Schengen-Ländern und betrifft damit die meisten Reisen nach Europa zu touristischen und geschäftlichen Zwecken aus Ländern außerhalb der EU.
Der Druck dürfte im Sommer weiter zunehmen, wenn mehr Erstreisende die Registrierung durchlaufen müssen, während das Verkehrsaufkommen seinen Höhepunkt erreicht.
Eine Familie, die beispielsweise aus New York ankommt, muss nun mit deutlich längeren Zeiten bei der Passkontrolle rechnen als zuvor, insbesondere wenn mehrere große Flüge kurz hintereinander landen.
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Langfristig dürfte der Prozess für wiederkehrende Besucher schneller werden, da ihre biometrischen Daten bereits gespeichert sind. Das Modell ähnelt anderen internationalen Systemen, allerdings erfolgen die Kontrollen in Europa bei der Ankunft.
Bis auf Weiteres raten Fluggesellschaften und Flughäfen Reisenden, mit Verzögerungen zu rechnen und engere Umsteigezeiten einzuplanen.
Quellen: Gemeinsamen Erklärung von ACI Europe und Airlines for Europe, Newsweek