China am Scheideweg: Wird der nächste Zug Pekings militärischer oder wirtschaftlicher Natur sein?

Geschrieben von Jasper Bergmann

3 Wochen vor

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05/05/2024
Foto: Shutterstock.com
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Während Peking sein Arsenal aufrüstet, beobachtet die Welt besorgt.

Die geopolitischen Manöver Chinas erregen weltweite Aufmerksamkeit, da das Land aggressiv Ressourcen hortet und auf bedeutende bevorstehende Aktionen hindeutet, die die internationalen Beziehungen neu gestalten könnten.

Mit seinem ersten hochmodernen Flugzeugträger, der nun Seetests durchläuft, und seinen Militärjets, die Taiwan immer häufiger umkreisen, steht die Welt unter Spannung.

Andreas Larsen, CEO von Steno Research, spiegelt eine wachsende Besorgnis unter globalen Analysten wider:

"China bereitet sich auf etwas Großes vor. Das wird zunehmend offensichtlich, wenn man die Hortung wichtiger Ressourcen betrachtet."

Das letztendliche Ziel dieser Vorbereitungen bleibt jedoch Gegenstand intensiver Spekulationen und Meinungsverschiedenheiten unter internationalen Beobachtern.

Strategische Züge auf dem geopolitischen Schachbrett

Könnte Präsident Xi Jinping sich auf eine Invasion Taiwans vorbereiten, oder vielleicht strategische Gebiete im Süd- und Ostchinesischen Meer ins Auge fassen?

Oder plant Peking möglicherweise eine wirtschaftliche Umwälzung, die darauf abzielt, den US-Dollar zu untergraben und die Kontrolle über kritische globale Mineralmärkte zu erlangen?

Diese Spekulationen wurden weiter angeheizt durch Michael Studeman, den ehemaligen Leiter des US-Office of Naval Intelligence. In einer kürzlichen Veröffentlichung in War on the Rocks behauptet er,

"Ein Sturm aus Peking zieht auf Taiwan zu", und deutet darauf hin, dass Xi aus dem andauernden russisch-ukrainischen Konflikt keine anderen Lehren gezogen hat, als wie man sich effektiv auf mögliche Eroberungen vorbereitet.

Anklänge an historische Belagerungstaktiken

Die Strategie des Hortens von Ressourcen ist nicht neu. Sie spiegelt Lehren aus der Geschichte wider, in denen Länder wie Deutschland und das kaiserliche Japan aufgrund von Ressourcenknappheit in ihren Kriegsanstrengungen scheiterten. Peking scheint sich gegen ähnliche Verwundbarkeiten abzusichern.

"Xi scheint das Sanktions-Handbuch des Westens gegen Russland über die Ukraine studiert zu haben und hat anschließend langfristige Schutzmaßnahmen eingeleitet", weist Studeman hin.

Eine Studie des Journal of Indo-Pacific Affairs fügt hinzu, dass Chinas aggressive Ansammlung strategischer Materialien das Land nicht nur militärisch vorbereitet, sondern Peking auch ermöglicht, die globalen Marktpreise zu seinen Gunsten zu manipulieren.

Das zweischneidige Schwert militärischer und wirtschaftlicher Macht

Gregory Wischer von Dei Gratia Minerals argumentiert, dass Chinas Horten eine strategische Doppelstrategie ist, die sowohl gegen militärische als auch wirtschaftliche Krisen absichert.

In der Zwischenzeit hat der scheidende Chef des US-Indo-Pazifik-Kommandos, Admiral John Aquilino, Bedenken über Chinas wachsende Aggressivität geäußert und darauf hingewiesen, dass Peking sich positioniert, um internationale Normen zu seinen Gunsten zu verändern.

Die drängende Frage bleibt, ob diese Vorbereitungen auf eine direkte militärische Aktion, wie das gefürchtete Zieljahr 2027 für Taiwan, hindeuten, oder ob sie Teil einer breiteren Strategie sind, um globalen Handel und Ressourcen wirtschaftlich zu dominieren.