Ein ukrainischer Winterolympionike, der kurz vor dem Wettkampf disqualifiziert wurde, hat von einem der wohlhabendsten Unternehmer des Landes eine erhebliche finanzielle Unterstützung erhalten.
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Der Schritt folgt auf eine Kontroverse um seinen Helm, der Porträts von Sportlern zeigte, die im Krieg Russlands gegen die Ukraine getötet wurden.
Disqualifikation sorgt für Wirbel
Wladyslaw Heraskevytsch wurde kurz vor seinem geplanten Start vom Skeleton-Wettbewerb der Männer bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 ausgeschlossen.
Berichten ukrainischer Medien wie TCH und PAP zufolge stufte das Internationale Olympische Komitee das Helmdesign, das Bilder gefallener ukrainischer Sportler zeigte, als politische Botschaft ein.
Die Entscheidung löste in der Ukraine Kritik aus, wo viele die Hommage als Akt des Gedenkens und nicht als Protest betrachteten.
Unterstützung durch Milliardär
Rinat Achmetow, ein prominenter ukrainischer Industrieller und Milliardär, kündigte an, Heraskevytsch 10 Millionen Hrywnja zu spenden.
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Die Summe entspricht umgerechnet rund 200.000 Euro und liegt damit in etwa auf dem Niveau einer Goldmedaillenprämie.
Das Geld soll sowohl den Athleten als auch sein Trainerteam bei der Fortsetzung seiner Karriere unterstützen.
„Ich möchte, dass er genügend Energie und Ressourcen hat, um seine sportliche Laufbahn fortzusetzen sowie für Wahrheit, Freiheit und die Bewahrung des Andenkens an diejenigen zu kämpfen, die ihr Leben für die Ukraine gegeben haben“, sagte Achmetow.
Reaktion des Präsidenten
Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich ebenfalls öffentlich zu dem Fall. In einer von ukrainischen Medien zitierten Stellungnahme kritisierte er die Entscheidung des IOC.
„Sport bedeutet nicht Vergessen, und die olympische Bewegung sollte dazu beitragen, Kriege zu beenden und nicht den Aggressor zu unterstützen. Leider beweist die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, den ukrainischen Skeleton-Athleten Wladyslaw Heraskevytsch zu disqualifizieren, das Gegenteil. Das hat sicherlich nichts mit den Prinzipien des Olympismus zu tun, die auf Gerechtigkeit und der Förderung des Friedens beruhen“, schrieb er.
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Er fügte hinzu: „Sein Helm mit Porträts gefallener ukrainischer Sportler ist ein Ausdruck von Respekt und Erinnerung. Er erinnert die ganze Welt daran, was die russische Aggression bedeutet und welchen Preis der Kampf um Unabhängigkeit hat. Und darin liegt kein Verstoß gegen irgendwelche Regeln.“
Selenskyj erklärte zudem, seit Beginn der groß angelegten russischen Invasion seien 660 ukrainische Athleten und Trainer getötet worden.
Quellen: TCH, PAP, WP