Nach dem Tod des Drogenbosses „El Mencho“ ist es in mehreren Regionen Mexikos zu schweren Unruhen gekommen.
Gerade lesen andere
Mit dem Tod eines der mächtigsten Drogenbosse Mexikos steht das Land vor einer neuen sicherheitspolitischen Bewährungsprobe. Regierung und Militär reagieren mit erhöhter Alarmbereitschaft, während international genau beobachtet wird, welche Folgen der Schlag gegen das Kartell haben wird.
Die Ereignisse betreffen nicht nur Mexikos Innenpolitik, sondern auch die Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen den Drogenhandel.
Politische Folgen
Wie BBC berichtet, starb Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als „El Mencho“, infolge eines Militäreinsatzes im Bundesstaat Jalisco am Sonntag. Die Operation sei von mexikanischen Spezialkräften „geplant und durchgeführt“ worden, teilte das Verteidigungsministerium mit.
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte laut BBC, es gebe „absolute Koordination“ zwischen staatlichen und föderalen Behörden. Zugleich rief sie die Bevölkerung auf, „ruhig und informiert“ zu bleiben.
Die USA unterstützten Mexiko mit Geheimdienstangaben. US-Pressesprecherin Karoline Leavitt bezeichnete El Mencho als „ein vorrangiges Ziel für die mexikanische und die US‑Regierung, da er zu den wichtigsten Schmugglern von Fentanyl in unser Land zählt“.
Lesen Sie auch
Mike Vigil, früherer Leiter internationaler Operationen der US-Drogenbehörde DEA, sprach gegenüber CBS laut BBC von „einer der bedeutendsten Maßnahmen in der Geschichte des Drogenhandels“.
Vergeltung und Eskalation
Auf den Tod des Kartellchefs folgte eine Welle der Gewalt. Wie BBC berichtet, errichteten mutmaßliche CJNG-Anhänger Straßenblockaden mit brennenden Fahrzeugen in mindestens einem Dutzend Bundesstaaten.
Das mexikanische Sicherheitskabinett meldete 25 Festnahmen. Zeitweise habe es rund 250 Blockaden gegeben, davon 65 im besonders betroffenen Bundesstaat Jalisco, wie BBC unter Berufung auf CBS berichtet.
Die Frankfurter Rundschau berichtet zudem von Brandanschlägen auf Geschäfte, Tankstellen und Banken. In Guadalajara und dem Küstenort Puerto Vallarta stiegen Rauchwolken auf.
Wie BBC unter Berufung auf Reuters berichtet, beschrieben Touristen die Lage als „Kriegszone“.
Lesen Sie auch
Reisehinweise verschärft
Die Unruhen wirken sich auch auf den internationalen Reiseverkehr aus. Laut Frankfurter Rundschau strichen mehrere Fluggesellschaften Verbindungen, insbesondere nach Puerto Vallarta.
Die deutsche Botschaft warnte auf X vor „in verschiedenen Landesteilen zu Unruhen, Straßensperren und Brandstiftungen“. Reisende sollten in sicheren Unterkünften bleiben. Zudem hieß es: „Versuchen Sie bei Straßensperren nicht, sich zu widersetzen oder zu flüchten“.
Auch die US-Vertretung warnte laut Frankfurter Rundschau vor Gewalttaten in beliebten Urlaubszielen wie Cancún, Cozumel und Tulum.
Kartell und Bedeutung
El Mencho führte das Jalisco-New-Generation-Kartell, das laut BBC große Mengen Kokain, Methamphetamin und Fentanyl in die USA schmuggelte. Die US-Regierung hatte eine Belohnung von 15 Millionen Dollar für Hinweise zu seinem Aufenthaltsort ausgesetzt.
Bei der Militäroperation in Tapalpa wurden nach Angaben von BBC unter Berufung auf das mexikanische Verteidigungsministerium vier Kartellmitglieder getötet und drei Soldaten verletzt.
Lesen Sie auch
Mit dem Tod des 59-Jährigen verliert eines der mächtigsten Kartelle Mexikos seinen langjährigen Anführer.
Quellen: BBC, CBS, Frankfurter Rundschau, Reuters