Startseite Krieg Was verbirgt Putin? 115 russische Statistiken plötzlich nicht mehr zugänglich

Was verbirgt Putin? 115 russische Statistiken plötzlich nicht mehr zugänglich

Putin
Gil Corzo / Shutterstock.com

Nach Angaben ukrainischer Geheimdienstvertreter nimmt die wirtschaftliche Transparenz in Russland ab.

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Dutzende wichtiger statistischer Kennzahlen werden nicht mehr aktualisiert, andere sind vollständig aus öffentlichen Datenbanken verschwunden.

Kiew behauptet nun, der Kreml wolle damit den tatsächlichen Zustand der russischen Wirtschaft verschleiern.

Daten verschwinden

Der ukrainische Auslandsgeheimdienst (SVR) erklärt, russische Behörden hätten seit Ende 2025 die Aktualisierung von 115 statistischen Indikatoren eingestellt.

Nach Angaben der Behörde seien 168 statistische Tabellen aus offiziellen Datensammlungen entfernt oder inhaltlich reduziert worden.

Das Einheitliche Informations- und Statistiksystem der Ministerien stelle für Dutzende Kategorien keine aktuellen Zahlen mehr bereit.

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Neue Einträge seien stattdessen als „vorübergehend geschlossen“ gekennzeichnet.

Der Kreml hat die Änderungen bislang nicht öffentlich erläutert.

Einkommen und Ausgaben geheim

Der SVR gibt an, dass Daten zu Einkommen und Ausgaben der Haushalte nun als vertraulich eingestuft seien. Dazu gehörten Angaben zu Gehältern im öffentlichen Dienst für Lehrer, Ärzte, Pflegekräfte, Wissenschaftler und Kulturschaffende.

Auch Informationen zu Sozialleistungen seien demnach eingeschränkt worden.

Dadurch sei es nicht mehr möglich nachzuvollziehen, wie viel russische Haushalte für grundlegende Ausgaben wie Lebensmittel, Energie, Wohnen und Medikamente aufwenden.

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Kriegs- und Gefängniszahlen verborgen

Der ukrainische Geheimdienst behauptet zudem, dass Daten im Zusammenhang mit der von Moskau so bezeichneten „SVO“-Kampagne in der Ukraine nicht mehr öffentlich zugänglich seien.

Laut SVR seien Angaben zur Truppenstärke und zu Bestattungskosten entfernt worden. Medienberichte deuteten außerdem darauf hin, dass auch Daten zur Gefängnispopulation wieder zurückgehalten würden.

Vertreter in Kiew argumentieren, die Informationssperre solle öffentliche Reaktionen auf wirtschaftliche Schwierigkeiten begrenzen.

Im Jahr 2025 hätten demnach 31 Prozent der Russen angegeben, nicht genügend Geld für Lebensmittel zu haben, während 39 Prozent die wirtschaftliche Lage in ihrer Region als schlechter werdend beschrieben hätten.

Quellen: Auslandsgeheimdienst der Ukraine (SVR), Dialog.ua, LA.lv

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